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10.04.2026
Deutsche Elektro- und Digitalindustrie: Aufträge ziehen auch im Februar leicht an
Mit einem Plus von 1,8 Prozent bei den Auftragseingängen gegenüber dem Vorjahr beschließt die deutsche Elektro- und Digitalindustrie den Februar 2026. Auch der nominale Umsatz der Branche entwickelt sich gegenüber dem gleichen Vorjahresmonat mit einem Zuwachs von 1,3 Prozent weiter positiv. Jedoch sank die um Preiseffekte bereinigte Produktion elektrotechnischer und elektronischer Güter in Deutschland um 2,7 Prozent gegenüber dem Februar 2025. Das Geschäftsklima bleibt verhalten optimistisch. Die Effekte des im März begonnenen Iran-Kriegs spiegeln sich in den aktuellen Zahlen noch nicht wider.
„Zwar haben die Auftragseingänge auch im Februar 2026 weiter zugelegt, jedoch blieb das verbuchte Plus von knapp zwei Prozent diesmal eher moderat“, bilanziert ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Andreas Gontermann. Inländische Kunden erhöhten ihre Bestellungen im Februar um 3,0 Prozent. Aus dem Ausland gingen 0,9 Prozent mehr Orders ein. Die Aufträge aus der Eurozone einerseits und aus Drittländern andererseits entwickelten sich erneut in entgegengesetzte Richtungen. Erstere stiegen zweistellig um 16,3 Prozent, wohingegen letztere um 6,9 Prozent zurückfielen.
In den zusammengenommenen ersten beiden Monaten des laufenden Jahres übertrafen die Orders ihren entsprechenden Vorjahreswert um 2,3 Prozent. Hier zogen die Inlandsaufträge um 2,8 Prozent und die Auslandsbestellungen um 1,8 Prozent an. Aus dem Euroraum gingen von Januar bis Februar 13,6 Prozent mehr Neubestellungen ein. Ausländische Geschäftspartner außerhalb des gemeinsamen Währungsraums reduzierten ihre Aufträge dagegen um 4,1 Prozent.
Die um Preiseffekte bereinigte Produktion elektrotechnischer und elektronischer Güter in Deutschland lag auch im Februar 2026 mit einem Minus von 2,7 Prozent niedriger als vor Jahresfrist. „Das lag, wie schon im Januar, allerdings auch an einem fehlenden Arbeitstag”, kommentiert Gontermann.
In den ersten beiden Monaten dieses Jahres verfehlte der aggregierte Branchenausstoß sein entsprechendes Vorjahreslevel damit um 3,2 Prozent.
Während die Produktionspläne innerhalb der Branche im März kaum Veränderungen gegenüber dem Februar zeigten, fielen die Beschäftigungspläne weiter ab. So rangiert der Saldo aus Unternehmen, die ihren Output in den nächsten drei Monaten erhöhen beziehungsweise senken wollen, bei einem Zähler von plus zehn (Februar: +11). Die Einstellungsabsichten fielen hier von minus sechs auf minus neun.
Die Zahl der Beschäftigten in der deutschen Elektro- und Digitalindustrie lag Ende Januar bei 871.600 und damit um 1,3 Prozent niedriger als vor Jahresfrist. 13.400 Beschäftigte arbeiten kurz.
Der nominale Umsatz der heimischen Elektro- und Digitalunternehmen kam im Februar 2026 auf 17,8 Milliarden Euro. Das bedeutet einen Anstieg um 1,3 Prozent gegenüber dem gleichen Vorjahresmonat. Während die Erlöse mit inländischen Kunden im Februar um 5,8 Prozent anzogen, gab das Geschäft mit ausländischen Partnern um 2,4 Prozent nach. Dabei standen sich ein Plus mit der Eurozone von 1,2 Prozent und ein Minus mit Drittländern von 4,5 Prozent gegenüber.
Im kumulierten Zeitraum von Januar bis Februar dieses Jahres summierten sich die aggregierten Branchenerlöse auf 34,8 Milliarden Euro. Sie lagen damit kaum höher als im Vorjahr (+0,4%). Der Inlandsumsatz erhöhte sich um 4,2 Prozent auf 16,8 Milliarden Euro, der gesamte Auslandsumsatz fiel um 2,7 Prozent auf 18,0 Milliarden Euro (Euroraum: -0,7% auf 6,7 Milliarden Euro, Drittländer: -3,9% auf 11,4 Milliarden Euro).
„Trotz des Iran-Kriegs ist das Geschäftsklima in der deutschen Elektro- und Digital-industrie im März leicht gestiegen. Das lag vor allem an einer besseren Beurteilung der aktuellen Lage als noch im Februar. Die allgemeinen Geschäftserwartungen fielen dagegen leicht zurück”, analysiert Gontermann.
24 Prozent der heimischen Elektrofirmen haben ihre wirtschaftliche Situation im März als gut beschrieben. 54 Prozent befanden sie für stabil, 22 Prozent für schlecht. 19 Prozent der Branchenunternehmen schauen optimistisch auf die nächsten sechs Monate. 67 Prozent gehen hier von gleichbleibenden und 14 Prozent von nachlassenden Geschäften aus.
Schließlich gaben auch die spezifischeren Exporterwartungen im März nur leicht nach. So sank der Saldo aus Elektrofirmen, die in den kommenden drei Monaten mit mehr beziehungsweise weniger Lieferungen ins Ausland planen, gegenüber Februar um zwei auf jetzt plus 12 Zähler.