Presse

09.02.2026

Deutsche Elektro- und Digitalindustrie wieder mit etwas mehr Rückenwind

  • Deutliches Auftragspuls zum Jahresende 2025

Die deutsche Elektro- und Digitalindustrie hat im Dezember 2025 ein Bestellplus von 17,1 Prozent gegenüber Vorjahr verzeichnet. "Es war schlussendlich der Monat mit dem stärksten Auftragsschub im vergangenen Jahr“, sagte ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Andreas Gontermann. ”Dabei kamen die Impulse gleichermaßen aus dem Inland wie dem Ausland.” So orderten inländische Kunden 17,0 und ausländische 17,3 Prozent mehr.

Kunden aus der Eurozone erhöhten ihre Bestellungen im Dezember um 9,7 Prozent. Aus Drittländern gingen 21,0 Prozent mehr Orders ein.

Damit ergibt sich für das Gesamtjahr 2025 ein Bestellzuwachs von 6,0 Prozent. Hier gingen die Entwicklungen der Inlands- und Auslandsaufträge allerdings noch stärker auseinander: Erstere legten nur leicht um 0,8 Prozent zu, letztere deutlich kräftiger um 10,2 Prozent.

Die Auftragseingänge aus dem Euroraum lagen 2025 um 8,8 Prozent höher als 2024. Bei den Bestellungen aus Ländern außerhalb des gemeinsamen Währungsraums belief sich der Zuwachs auf 11,0 Prozent.

Die reale Produktion der deutschen Elektro- und Digitalindustrie wuchs im Dezember 2025 um 1,5 Prozent gegenüber Vorjahr. Im vergangenen Jahr war sie insgesamt leicht rückläufig (- 0,4 %, vorbehaltlich späterer Revisionen). „Für das laufende Jahr erwartet der ZVEI wieder einen Produktionsanstieg um zwei Prozent“, so Gontermann.

Der nominale Umsatz in der deutschen Elektro- und Digitalindustrie konnte im Dezember 2025 um 5,3 Prozent zulegen. Während der Inlandsumsatz leicht nachgab (- 0,7 %), zog der Auslandsumsatz deutlich an (+ 10,6 %). Auch innerhalb des Auslandsgeschäfts gab es im Dezember eine unterschiedliche Entwicklung: Die Erlöse mit Kunden aus der Eurozone wuchsen deutlich stärker (+ 17,8 %) als jene mit Partnern aus Drittländern (+ 7,1 %).

Im Gesamtjahr 2025 summierte sich der aggregierte Branchenumsatz auf 224,5 Milliarden Euro (wiederum vorläufig) und lag damit 2,0 Prozent über dem Wert aus 2024.

Das letztjährige Inlandsgeschäft bewegte sich mit 105, 4 Milliarden Euro seitwärts (+ 0,1 %). Die Erlöse mit ausländischen Kunden konnten dagegen um 3,7 Prozent auf 119,1 Milliarden Euro gesteigert werden.

Mit Ländern aus dem gemeinsamen Währungsraum wurden im vergangenen Jahr 46,8 Milliarden Euro umgesetzt (+ 6,5 %), und im Geschäft mit Ländern außerhalb der Eurozone waren es 72,3 Milliarden Euro (+ 2,2 %).

Die branchenweite Kapazitätsauslastung hat sich mit Beginn dieses Jahres um weitere zwei Prozentpunkte auf jetzt 80,4 Prozent der betriebsüblichen Vollauslastung erhöht. Auch die Reichweite der Auftragsbestände liegt mit 4,0 Produktionsmonaten leicht höher als noch vor einem Vierteljahr.

Sowohl die Produktions- als auch die Beschäftigungspläne wurden Anfang des ersten Quartals raufgesetzt. Was die laufenden Produktionshemmnisse anbelangt, hat sich kaum etwas verändert: 40 Prozent der Elektrounternehmen leiden unter Auftragsmangel. Fachkräftemangel (14 %) oder Materialknappheit (11 %) rangieren erst weit danach.

Schließlich hat sich das Geschäftsklima in der deutschen Elektro- und Digitalindustrie zu Jahresbeginn deutlich aufgehellt. “Sowohl die Beurteilung der aktuellen Lage als auch die allgemeinen Geschäftserwartungen fielen im Januar 2026 wesentlich besser aus als noch im Dezember”, sagte Gontermann. Die Erwartungen für die kommenden sechs Monate drehten per Saldo klar ins Plus. Auch die spezifischeren Exporterwartungen sind zuletzt gestiegen.

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