Presse

11.05.2026

Elektro- und Digitalindustrie mit deutlichem Auftragsplus im Frühjahr

Die Auftragseingänge in der deutschen Elektro- und Digitalindustrie sind im März 2026 zweistellig gestiegen, und zwar um 11,5 Prozent gegenüber Vorjahr. “Damit war der März der mit Abstand beste Monat im laufenden Jahr”, sagte ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Andreas Gontermann. “Angesichts der hohen geopolitischen Unsicherheit im weltwirtschaftlichen Umfeld wird sich allerdings erst noch zeigen müssen, wie nachhaltig die gute jüngste Entwicklung nach vorne gerichtet ist.”

Während aus dem Inland im März 1,9 Prozent mehr Bestellungen eingingen, erhöhten ausländische Kunden ihre Orders um ein Fünftel (+ 19,4 %). Die Aufträge aus der Eurozone zogen um 7,3 Prozent an, die aus Drittländern um mehr als ein Viertel (+ 26,5 %).

Im gesamten ersten Quartal dieses Jahres lagen die Bestellungen damit um 6,0 Prozent höher als im gleichen Vorjahreszeitraum. Hier stiegen die Inlandsorders um 2,7 und die Auslandsaufträge um 8,6 Prozent. Die Auftragseingänge aus dem gemeinsamen Währungsraum nahmen zwischen Januar und März um 11,4 Prozent gegenüber Vorjahr zu und die Orders aus dem übrigen Ausland um 7,0 Prozent.

Auch die Produktion elektrotechnischer und elektronischer Güter in Deutschland hat sich im März wieder deutlich positiver entwickelt. So wuchs der preisbereinigte Branchenoutput in diesem Monat um 4,5 Prozent gegenüber Vorjahr. “Allerdings konnte das Ergebnis fürs gesamte erste Quartal damit noch nicht wieder ins Plus gedreht werden”, so Gontermann. “Hier steht noch ein leichter Output-Rückgang um 0,5 Prozent in den Büchern.”

Die nominalen Erlöse der heimischen Elektro- und Digitalunternehmen konnten im März 2026 um 8,1 Prozent auf 21,9 Milliarden Euro zulegen. Dabei entwickelten sich der Inlands- und der Auslandsumsatz diesmal ähnlicher als noch im Januar und Februar. Ersterer stieg um 8,9 Prozent, letzterer um 7,3 Prozent. Die Geschäfte mit Kunden aus der Eurozone (+ 12,3 %) zogen deutlich stärker an als jene mit Partnern außerhalb des gemeinsamen Währungsraums (+ 4,4 %).

Im ersten Quartal 2026 kam der zusammengenommene Branchenumsatz auf 56,6 Milliarden Euro. Damit lag er 3,2 Prozent über dem entsprechenden Vorjahreswert. 27,0 Milliarden Euro (+ 5,8 %) entfielen auf Geschäfte im Inland und 29,7 Milliarden Euro (+ 1,1 %) auf Erlöse mit Auslandskunden. Während der Umsatz mit Partnern aus dem Euroraum zwischen Januar und März um 3,9 Prozent auf 11,2 Milliarden Euro vorrücken konnte, war bei den Geschäften mit Drittländern noch ein leichtes Minus (von 0,6 % auf 18,5 Mrd. €) zu verbuchen.

Die Kapazitätsauslastung in der deutschen Elektro- und Digitalindustrie ist zu Beginn des zweiten Quartals dieses Jahres leicht von 80,4 auf 79,6 Prozent der üblichen Vollauslastung gesunken. Gleichzeitig hat sich die Reichweite der Auftragsbestände erhöht – von 4,0 auf 4,6 Produktionsmonate.

Allfällige Produktionshemmnisse haben sich Anfang des zweiten Quartals merklich gegenüber dem ersten Vierteljahr verschoben: So berichteten nur noch 25 Prozent der Unternehmen von Auftragsmangel (nach zuvor 40 %). Dagegen stieg der Anteil von Elektrofirmen, die Materialknappheiten im weitesten Sinn verspüren, von elf auf 19 Prozent. „Hier dürften sich Folgen des Iran-Kriegs hereinkratzen”, so Gontermann.

Schließlich ist das Geschäftsklima in der deutschen Elektro- und Digitalindustrie trotz des Kriegs in Nahost auch im April nicht eingebrochen. „Die aktuelle Lage wurde sogar besser beurteilt als im März. Die allgemeinen Geschäftserwartungen fielen allerdings deutlicher zurück und liegen jetzt nur noch auf der Nulllinie“, sagte Gontermann. Die spezifischeren Exporterwartungen änderten sich im April kaum.

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