Presse

30.08.2023

EnEfG und GEG: Mehr Tempo und Effizienz in der Umsetzung

65/2023

  • Keine weiteren Hängepartien bei Effizienz- und Wärmewende

„Die Energiewende muss auch zu einer Effizienzwende werden, damit wir die Klimaziele erreichen können. Das Energieeffizienz- und Gebäudeenergiegesetz müssen daher nach der Sommerpause endlich beschlossen werden“, so Wolfgang Weber, Vorsitzender der ZVEI-Geschäftsführung mit Blick auf die beiden Gesetzesvorhaben, über die im September im Bundestag weiter beraten werden soll. „Weitere Hängepartien bei Energie- und Wärmewende können wir uns nicht leisten. So verlieren alle Beteiligten nur Zeit.“ Die zunehmende Elektrifizierung in allen Wirtschafts- und Lebensbereichen sei ebenso wie die Sektorenkopplung der Schlüssel zur Steigerung der Energieeffizienz und der Reduktion der CO2-Emissionen.

EnEfG: Freiraum für unternehmerische und unbürokratische Umsetzung ambitionierter Ziele nötig 

Die Umstellung auf effizientere Prozesse in der Industrie kann aber nur gelingen, wenn die ambitionierten Ziele mit Freiraum für deren unternehmerische und unbürokratische Umsetzung einhergehen.
Zudem muss Effizienz nicht nur für die Ziele, sondern auch für die Umsetzung des Gesetzes gelten: Der ZVEI unterstützt die verpflichtende Einführung von Energie- oder Umweltmanagementsystemen und Priorisierung von Umsetzungsmaßnahmen für Unternehmen mit durchschnittlichen jährlichen Energieverbräuchen ab 7,5 GWh. „Kritisch sehen wir allerdings deren geplante Überprüfung durch Dritte, wie beispielsweise einer Zertifizierungseinrichtung, sowie die vorgesehene Veröffentlichungspflicht. Der dafür nötige Aufwand steht in keinem Verhältnis zum Nutzen“, so Weber. 

GEG: Wärmewende beschleunigen, Umstieg attraktiver gestalten

Die Einigung der Ampelkoalition zum GEG im Juli bedeutete in erster Linie eine Verlangsamung der dringend nötigen Wärmewende im Gebäudesektor. „Es braucht endlich Klarheit und Planungssicherheit – für Hersteller wie für Gebäudeeigentümerinnen und -eigentümer“, fordert Weber. Erstens dürfe die Umsetzung der 65-Prozent-Erneuerbare-Energien-Anforderung nicht durch zu lange Planungsphasen für die kommunale Wärmeplanung nach hinten verschoben werden – die Synchronisierung sei zwar nachvollziehbar, aber zeitlich viel zu großzügig bemessen. Zweitens: „Bürgerinnen und Bürger, die jetzt schon in klimafreundliche Heizlösungen investieren, dürfen dadurch am Ende nicht schlechter dastehen“, so Weber. Daher müsse auch zukünftig ein Anschlusszwang an Wärmenetze ausgeschlossen und der Umstieg auf strombasierte Technologien müsse attraktiver gestaltet werden. Weber: „Die Entlastung des Strompreises ist mehr als überfällig. Noch bestehende Umlagen müssen abgeschafft und die Stromsteuer auf ein Mindestmaß gesenkt werden. Das trägt zu einem dauerhaft kostengünstigen Betrieb der Gebäude bei.“

Neben der Heizung böten noch weitere gebäudetechnische Systeme große Einsparpotenziale, die endlich gehoben werden müssen. Es bedürfe daher einer umfangreicheren GEG-Novellierung, die unter anderem sicherstellt, dass etwa Bestandsgebäude über eine adäquate elektrische Infrastruktur für einen möglichst aufwandsarmen Umstieg auf zukunftssichere Technologien verfügten. Dafür sei ein individueller Sanierungsfahrplan und die regelmäßige Überprüfung der elektrischen Anlage sinnvoll.

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