Presse

21.01.2026

Mercosur-Verzögerung schwächt Europas Industrie und Glaubwürdigkeit

Wolfgang Weber, Vorsitzender der ZVEI-Geschäftsführung, kritisiert die Entscheidung des EU-Parlaments, den Europäischen Gerichtshof mit einem Gutachten zu Mercosur zu beauftragen: 

„Dass das Mercosur-Abkommen immer weiter ausgebremst und nun durch den Beschluss des EU-Parlaments auf unbestimmte Zeit – mindestens jedoch um Monate – verzögert wird, ist ein bitterer Rückschlag für Europa und seine Industrie. Für die Elektro- und Digitalindustrie bleibt damit auch nach 25 Jahren Verhandlungen ein Markt mit rund 90 Milliarden Euro Volumen weiterhin durch Zölle, regulatorische Hürden und mangelnde Planungssicherheit versperrt.

Die deutsche Elektro- und Digitalindustrie ist auf wachsende, importorientierte Märkte angewiesen. Ohne Abkommen gehen konkrete Chancen für europäische Anbieter verloren, während andere Wirtschaftsräume ihre Präsenz in Südamerika gezielt ausbauen. Das schwächt die internationale Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen. 

Problematisch ist die deutliche Verzögerung auch mit Blick auf die europäische Agenda für mehr Diversifizierung und Resilienz. In Zeiten geopolitischer Unsicherheit braucht Europa mehr, nicht weniger verlässliche Handelspartner, auch um Abhängigkeiten von einzelnen Regionen zu reduzieren. Gleiches gilt für den Zugang zu strategischen Rohstoffen, der ohne einen stabilen institutionellen Rahmen erschwert wird. Europa wird damit wirtschafts- und handelspolitisch an Glaubwürdigkeit verlieren.“ 

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