Presse

10.07.2026

ZVEI: GModG setzt wichtige Impulse, lässt aber Effizienzpotenziale liegen

Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) setzt nach Einschätzung von Wolfgang Weber wichtige Impulse für die Modernisierung des Gebäudebestands. Der Vorsitzende der ZVEI-Geschäftsführung bemängelt aber auch, dass das Gesetz hinter weitergehenden Möglichkeiten einer kosteneffizienten Gebäudewende zurückbleibe: 

  • „Der Bundestag hat den Gesetzentwurf an wichtigen Stellen verbessert. Insbesondere bei Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung, Beleuchtungssteuerung, Stromdirektheizungen und Wärmepumpen-Hybridheizungen sendet der Gesetzgeber damit ein wichtiges Signal für Investitionen in moderne Gebäudetechnik. Das erschließt zusätzliche Effizienzpotenziale und erlaubt eine flexible Stromnutzung sowie wenigstens eine partielle Integration von Gebäuden in ein digitales Stromsystem.
  • Dennoch bleibt das Gesetz weiterhin hinter der angekündigten 1:1-Umsetzung der EU-Gebäuderichtlinie (EPBD) zurück. Die dort geforderten noch weitergehenden technischen Fähigkeiten zur Steuerung und Vernetzung von Wohngebäuden wie zum Beispiel die Fähigkeit, auf externe Signale zu reagieren und den Energieverbrauch anzupassen, bleiben ungenutzt. 
  • Auch wenn die Fördermittel in der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) reduziert werden: Gut ist, dass nun Klarheit über die zukünftigen Rahmenbedingungen besteht und so die Planungs- und Investitionssicherheit für Eigentümer, Handwerk und Industrie gestärkt sind. Den industriepolitischen „Made with Europe“-Bonus unterstützen wir ebenso wie die sozialverträgliche Ausgestaltung. 
  • Die Beimischung klimaneutraler Brennstoffe zu fossilen Heizsystemen ist aus unserer Sicht problematisch. Damit bleiben erhebliche Potenziale von Elektrifizierung, Digitalisierung und Energieeffizienz ungenutzt. Die Regulierung der Gebäudewende erfordert zudem nun gleich zwei zusätzliche Grüngasquoten – eine für bestehende, die andere für neue Gasheizungen – und wird statt einfacher nun noch komplexer als schon bisher. 
  • Für eine erfolgreiche und bezahlbare Gebäudewende braucht es jetzt vor allem noch die richtigen wirtschaftlichen Leitplanken. Dazu gehören die Senkung der Stromsteuer sowie ein verlässlicher Start des ETS2 als marktliches CO2-Preisinstrument für klimafreundliche Investitionen.“
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