Presse

27.01.2026

​​ZVEI-Umfrage zu E-Autos: Fehlende Lademöglichkeiten im Alltag bremsen Kaufentscheidung​

  • Aufholbedarf in Städten: Rund jeder Zweite würde E-Auto gerne an Wallbox im Mehrparteienhaus laden 
  • Mehrheit für niedrige Strompreise statt Kaufprämie 

Fehlende Lademöglichkeiten im Alltag gehören zu den größten Hürden für den Umstieg auf das Elektroauto. Das sagen mehr als die Hälfte (51 %) der Fahrerinnen und Fahrer von Verbrennern in einer repräsentativen Umfrage von Civey im Auftrag des ZVEI. Auch hohe Anschaffungskosten (64 %) und Reichweitenangst (51 %) schrecken ab. Knapp ein Viertel der Befragten halten hohe Strompreise zurück. Viele dieser Bedenken rücken jedoch mit steigender Zufriedenheit mit der Ladeinfrastruktur in den Hintergrund. Das bestätigt auch der Blick auf die Nutzerinnen und Nutzer von E-Autos: Hier sind rund 71 Prozent mit der Ladeinfrastruktur zufrieden, in der Verbrenner-Gruppe sind es nur 30 Prozent.  

„Das zeigt, wie stark Wahrnehmung und Realität auseinanderklaffen“, kommentiert Azar Mottale, ZVEI-Bereichsleiterin Mobilität. „Verunsicherung, getrieben durch politische und ideologische Debatten, bremst den Umstieg aufs E-Auto. Die Sorge um die Reichweite etwa ist unbegründet: E-Fahrzeuge kommen heute im Schnitt rund 400 Kilometer weit. Niemand muss Sorge haben, liegen zu bleiben. Umso wichtiger sind jetzt verlässliche Rahmenbedingungen, Transparenz, etwa bei den Preisen an den Ladesäulen, und ein sichtbares Tempo beim bedarfsgerechten Ausbau der Infrastruktur.“ 

Mehr Ladepunkte am Gebäude gewünscht  

 Die Umfrageergebnisse machen deutlich, wo die Erwartungen liegen: Menschen wollen ihr Fahrzeug dort laden, wo sie ohnehin sind (Destination Charging). Das gilt sowohl für die Fahrerinnen und Fahrer von Verbrennern als auch für die von E-Autos. Bevorzugt werden Ladeplätze beim Einkaufen (54 % in der Verbrenner-Gruppe, 44 % bei den E-Autos), auf öffentlichen Parkplätzen (49 % bzw. 34 %) und am Arbeitsplatz (43 % bzw. 31 %). „Wir brauchen eine Ladeinfrastruktur, die sich an der Lebenswirklichkeit der Menschen orientiert. Das Laden muss sich nahtlos in den Alltag integrieren lassen“, fordert Mottale.  

Handlungsbedarf besteht insbesondere in Großstädten. Während im ländlichen Raum die private Wallbox als häufigste Ladeart dominiert, ist diese Option in Großstädten seltener verfügbar. Rund jeder zweite Befragte aus der Großstadt würde sein E-Auto gerne (häufiger) an einer Wallbox im Mehrparteienhaus laden. Ladelösungen direkt am Gebäude sind gefragt: „Deshalb brauchen wir eine ambitionierte Umsetzung des Gebäude-Elektromobilitätsinfrastruktur-Gesetzes sowie funktionierende Förderprogramme. Der Ausbau kostengünstiger und leistungsfähiger Ladeoptionen in verdichteten Stadtquartieren muss verstärkt werden“, so Mottale. Das betreffe auch die Straßenladeinfrastruktur. Niemand wolle nach Feierabend durch das Quartier fahren, um einen freien Ladepunkt zu suchen oder das Fahrzeug umparken zu müssen, um Blockiergebühren zu vermeiden. 

Eine weitere zentrale Erkenntnis der Umfrage: Über den E-Auto-Erfolg entscheidet vor allem der Preis an der Ladesäule. Knapp 60 Prozent der Befragten bevorzugen dauerhaft günstigere Stromkosten für den Betrieb eines E-Autos, nur 18 Prozent favorisieren eine einmalige Kaufprämie. Deutschland hat im europäischen Vergleich die höchsten Strom- und Ladepreise. Öffentliches Laden ist häufig teurer als das Tanken fossiler Kraftstoffe. Mottale: „Elektromobilität muss sich rechnen – jeden Tag, nicht nur beim Kauf. Strom laden muss günstiger sein als Benzin tanken. Eine Senkung der Stromsteuer sowie weitere Entlastungen bei Abgaben und Umlagen zahlen darauf ein.“ 

Methode: Civey hat für den ZVEI vom 18.12.2025 bis 1.1.2026 online 3.500 Personen aus der deutschen Gesamtbevölkerung sowie rund 2.800 Autofahrerinnen und Autofahrer befragt. Die Ergebnisse sind aufgrund von Quotierungen und Gewichtungen repräsentativ unter Berücksichtigung des angegebenen statistischen Fehlers. Weitere Informationen zur Methodik finden Sie hier.

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