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13.05.2026
ZVEI warnt vor Kostenrisiken durch das neue Strom-Versorgungssicherheits- und Kapazitätengesetz (StromVKG)
Wolfgang Weber, Vorsitzender der ZVEI-Geschäftsführung, mahnt im Vorfeld des Kabinettsbeschlusses zum StromVKG fehlende Kostentransparenz und eine zu starke staatliche Lenkung an.
- „Dass wir steuerbare Kapazitäten für eine Versorgungssicherheit auf hohem Niveau brauchen, ist unbestritten. Allerdings stellt sich doch die Frage, ob – mit Blick auf die Kosteneffizienz – Alternativen zu einem staatlich gelenkten Neubau insbesondere von Gaskraftwerken ausreichend geprüft wurden. Wie zum Beispiel die Einführung einer Absicherungspflicht oder der zumindest zeitweise Weiterbetrieb von Kohlekraftwerkskapazitäten.“
- „Versorgungssicherheit und Kosteneffizienz müssen in einem ausgewogenen Verhältnis stehen. Die nun geplanten Kapazitätsausschreibungen führen ab 2031 zu einer zusätzlichen Belastung des Strompreises. Das macht weder den Standort attraktiver noch den Energieträger Strom wettbewerbsfähiger – im Gegenteil.“
- „Der Gesetzentwurf benennt die Funktion von Terminmärkten, langfristig die Refinanzierung von Investitionskosten zu ermöglichen. Und trotzdem wird die Chance vertan, diesen Terminmarkt beispielsweise durch die Einführung einer Absicherungspflicht zu stärken. Dabei könnte so zumindest ein Teil der angenommenen Kapazitätslücke schon aus dem bestehenden Strommarkt heraus geschlossen werden.“
- „Staatliche Festlegungen auf Technologien und Ausschreibungsmengen behindern die Entwicklung innovativer Lösungen wie Speicher und Demand Side Management. Ineffiziente Strukturen und technologische Pfadabhängigkeiten, machen das System aber langfristig teurer. Die nun im großen Umfang geplanten Gaskraftwerke können nicht sinnvoll auf Zeiten hoher Erneuerbaren-Einspeisung und negativer Strompreise reagieren. Dafür brauchen wir Batteriespeicher und eine Flexibilisierung der Nachfrage. Das muss allen klar sein.“
- „Die fehlende Abschätzung der erwarteten Kosten und Umlagenhöhe selbst für die sogenannten Langzeit- und Erzeugungskapazitäten halten wir für einen groben Fehler. Die Vertagung dieses Themas führt zu einer weiteren kalkulatorischen Unsicherheit für heute anstehende und notwendige Investitionen in Haushalten und Unternehmen.“