Presse

03.06.2026

ZVEI zum EU Tech Sovereignty Package

Der ZVEI unterstützt die Stoßrichtung des European Chips Act 2.0 und des Tech Sovereignty Package, mahnt aber Defizite an bei Finanzierung und Standortpolitik. Dazu sagt Wolfgang Weber, Vorsitzender der ZVEI-Geschäftsführung:

  • „Wir brauchen leistungsstarke KI-Chips aus Europa. Das geht aber nicht mit der Brechstange. Wir müssen strategisch klug vorgehen und Europas Stärken bei Leistungselektronik, Photonik Quantencomputing geschickt einsetzen.“
  • „Unsere aktuelle Mikroelektronik-Studie* zeigt: Durch die stetig zunehmende Zahl an Handys, Laptops und vor allem KI-Anwendungen werden Europäer bis 2040 doppelt so viele Halbleiter ‚konsumieren‘, wie heute – unabhängig davon, ob die Trägerprodukte in Europa oder andernorts hergestellt werden. Der Halbleiterbedarf der hier produzierenden Industrie wächst sogar um den Faktor 2,4. Die Botschaft ist eindeutig: Die Halbleiter-Nachfrage in Europa ist riesengroß. Sie erstreckt sich über alle wichtigen Technologiebereiche und wird sowohl mittel- als auch langfristig stark bleiben. Europa muss entschlossen handeln, um diese Nachfrage in industrielle Stärke, Innovationsführerschaft und wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit zu übersetzen.“
  • „Souverän wird Europa durch eigene Stärke, nicht durch Schranken. Wir brauchen eine Balance: kritische Fähigkeiten schützen, industrielle Schlüsselbereiche gezielt stärken, Abhängigkeiten strategisch reduzieren und vor allem die eigene Wettbewerbsfähigkeit steigern – nicht Märkte abschotten. Wir setzen uns ein für ,Made with Europe‘: mehr europäische Wertschöpfung bei gleichzeitig offenen Märkten.“
  • „Europa muss aufpassen, technologische Souveränität nicht mit Dauerförderung zu verwechseln. Entscheidend ist, dass öffentliche Instrumente private Investitionen auslösen – nicht ersetzen.“
  • „Die EU-Kommission muss noch mehr tun, um Europa als attraktiven Investitionsstandort zu stärken. Ob bei der Chipproduktion oder dem Bau von Rechenzentren sind günstigere Strompreise, ein besserer Kapitalzugang, schnellere Genehmigungen und weniger Bürokratie ganz entscheidend. Hier muss Europa mehr Ehrgeiz entwickeln und dynamischer werden. Falls nicht, wird Europa auch mit den besten Programmen nicht zu anderen Regionen aufschließen.“
     

* Die Studie „Europe's Semiconductor Business Case: A Demand-Driven Perspective for a Competitive and Resilient Microelectronics Ecosystem” wurde von Strategy& als Berater im Auftrag eines deutsch-niederländischen öffentlich-privaten Konsortiums, bestehend aus ZVEI, dem niederländischen Unternehmerverband für die Technologieindustrie FME, dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie sowie dem Wirtschaftsministerium der Niederlande (EZK) durchgeführt. 

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