Presse

04.03.2026

ZVEI zum IAA: So wird Europa nicht technologisch souverän

  • EU-Kommission gibt strategischen Hebel für Europas Wettbewerbsfähigkeit aus der Hand

Wolfgang Weber, Vorsitzender der ZVEI-Geschäftsführung, sagt mit Blick auf den EU Industrial Accelerator Act, der heute vorgestellt werden soll:
 

  • "Der Entwurf des Industrial Accelerator Act verdient seinen Namen in der jetzigen Form nicht. Unsere Zukunft entscheidet sich nicht in einer Grundversorgung mit Stahl und Aluminium. Mit seinem Fokus auf klassische Branchen verfehlt er strategische Hebel für Europas Zukunft und Wettbewerbsfähigkeit."
  • "Wenn schon öffentliche Vergabe- und Fördergelder industriepolitisch eingesetzt werden sollen, dann bitte mit klarer strategischer Zielsetzung auf Hightech und Zukunftstechnologien." 
  • "Klar muss sein: Local Content Regeln oder europäische Präferenzkriterien allein retten keinen Standort. Wir müssen die Standortfaktoren in Europa nachhaltig verbessern und stärken."
  • "So gewinnt Europa keinen Systemwettbewerb. Technologiesouveränität entsteht dort, wo Daten, Mikroelektronik und digitale Anwendungen praxisnah skaliert werden – und dafür gibt es bereits gezielte europäische Instrumente. Europa sollte an Hightech denken und den Chips Act konsequent nutzen und schärfen."
  • "Wirtschaftssicherheit und technologische Souveränität sind das Gebot der Stunde. Deshalb heißen die Schlagworte für Resilienz und Zukunft: Industrielle KI, Mikroelektronik, digitale Systemsteuerung. Sie halten Arbeit und Wertschöpfung in Europa."
  • "Sicherheitspolitisch ist das IAA-Vorhaben der Kommission in dieser Form ein Offenbarungseid. Europa rüstet an der ‚Eastern Flank Deterrence Line‘ massiv auf und setzt dabei in nie dagewesener Weise auf Datenerhebung und -auswertung als Stütze für diesen „Drohnenwall“. Währenddessen hält es die Kommission nicht für notwendig, die europäische Cloud-Infrastruktur zu fördern."
  • "Richtig ist: Europas Offenheit und Schutzbedarf sind vereinbar. Freihandelspartner gehören in einen erweiterten europäischen Wertschöpfungsraum. Und wir brauchen klare Kriterien dort, wo Versorgungssicherheit und technologische Souveränität auf dem Spiel stehen. „Made with Europe“ muss es am Ende heißen."
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