16.8.2022

Aktuelle Kennzahlen aus dem Bereich Konjunktur und Märkte

Die (wertmäßigen) Bestellungen in der deutschen Elektro- und Digitalindustrie haben sich im Juni d.J. nur noch leicht erhöht. Insgesamt stiegen sie um 0,5 Prozent gegenüber Vorjahr. Dabei fielen die Auftragseingänge aus dem Inland (-13,9%) fast genauso stark wie sie aus dem Ausland (+14,0%) zunahmen. Kunden aus dem Euroraum orderten im Juni 27,4 Prozent mehr als vor einem Jahr. Bei den Bestellungen aus Drittländern belief sich das Plus auf 6,7 Prozent.

Im Gesamtzeitraum von Januar bis Juni 2022 haben die Auftragseingänge ihren ent-sprechenden Vorjahreswert um 12,7 Prozent übertroffen. Hier verbesserten sich die Inlandsorders um 10,4 Prozent und die Auslandsbestellungen um 14,5 Prozent. Geschäfts-partner aus der Eurozone erhöhten ihre Bestellungen in den ersten sechs Monaten um 19,0 Prozent. Aus dem Nicht-Euroraum gingen 12,1 Prozent mehr neue Aufträge ein als im Vorjahr.

Die (preisbereinigte) heimische Produktion elektrotechnischer und elektronischer Güter blieb im Juni 2022 um 2,0 Prozent unter Vorjahr. Kumuliert von Januar bis Juni übertraf sie ihr entsprechendes 2021er Niveau um 1,8 Prozent.

Mit 88,3 Prozent fiel die Kapazitätsauslastung in der Branche zu Beginn des dritten Quartals 2022 etwas höher aus als noch drei Monate zuvor (87,9%). Gleichzeitig gab die Auftragsreichweite leicht von 5,7 auf 5,6 (Produktions-) Monate nach.

Nur 10 Prozent der Firmen berichten über zu wenig Aufträge. Dagegen sind weiterhin 89 Prozent von Versorgungsengpässen (Materialknappheit, Logistikprobleme etc.) betroffen. Entsprechend wurden die Produktionspläne zuletzt wieder abwärts revidiert. Per saldo bleiben sie aber positiv. 48 Prozent der Firmen beklagen Fachkräftemangel.

Die Erlöse der heimischen Elektro- und Digitalindustrie kamen im Juni 2022 auf 18,5 Milliarden Euro, womit sie nominal um 4,1 Prozent höher lagen als im Jahr davor. Dabei kamen Inlands- und Auslandsumsatz mit plus 5,3 Prozent auf 8,8 Milliarden Euro bzw. plus 3,0 Prozent auf 9,7 Milliarden Euro voran. Die Geschäfte mit Partnern aus dem Euroraum (-0,7% Prozent auf 3,5 Mrd. €) gingen im Juni leicht zurück, der Umsatz mit Drittländern legte weiterhin zu (+5,2% auf 6,2 Mrd. €).

Im gesamten ersten Halbjahr 2022 erhöhten sich die aggregierten Branchenerlöse um 9,0 Prozent gegenüber Vorjahr auf 105,9 Milliarden Euro. Dabei lag der Umsatz mit ausländischen Kunden (+6,4% auf 55,7 Mrd. €) um fünfeinhalb Milliarden Euro höher als der mit Geschäftspartnern aus dem Inland (+12,1% auf 50,2 Mrd. €). Mit der Eurozone wurden zwischen Januar und Juni 20,3 Milliarden Euro erlöst – ein Plus von 3,9 Prozent. Der Umsatz mit Kunden aus Drittländern kam auf 35,4 Milliarden Euro und fiel damit um 7,9 Prozent höher aus als im ersten Halbjahr 2021.

Die Exporte der deutschen Elektro- und Digitalindustrie haben im Juni 2022 einen Wert von 20,1 Milliarden Euro erreicht und ihr Vorjahresniveau um 8,8 Prozent übertroffen. Damit zeigen die nominalen Branchenausfuhren weiterhin eine robuste Entwicklung, wenngleich ein erheblicher Teil des Zuwachses auf Inflation zurückzuführen ist.

Im gesamten ersten Halbjahr d.J. beliefen sich die aggregierten Elektroausfuhren auf 115,8 Milliarden Euro – ein Anstieg von 6,3 Prozent gegenüber Vorjahr.

Wie schon im bisherigen Jahresverlauf setzt sich fort, dass die Einfuhren stärker zunehmen als die Ausfuhren. So haben die deutschen Importe elektrotechnischer und elektronischer Erzeugnisse im Juni 2022 um 21,4 Prozent auf 21,0 Milliarden Euro zugelegt. Kumuliert von Januar bis Juni d.J. erhöhten sich die Einfuhren um 15,5 Prozent auf 122,1 Milliarden Euro.


Ihr Ansprechpartner:

Dr. Andreas Gontermann, Chefvolkswirt
Leiter Abteilung Wirtschaftspolitik, Konjunktur und Märkte
Telefon: +49 69 6302-301 ; Fax: +49 69 6302-326 ; E-Mail: wipol(at)zvei.org

 

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