25.02.2026

Aktuelle Kennzahlen aus dem Bereich Konjunktur und Märkte

Im Dezember 2025, dem letzten Monat des vergangenen Jahres, hat die deutsche Elektro- und Digitalindustrie 17,1 Prozent mehr Neuaufträge eingesammelt als im Jahr davor. Es war der höchste monatliche Zuwachs im letzten Jahr. Dabei kamen die Impulse gleichermaßen aus dem Inland (+17,0%) wie dem Ausland (+17,3%).

Kunden aus der Eurozone erhöhten ihre Bestellungen im Dezember um 9,7 Prozent. Aus Drittländern gingen 21,0 Prozent mehr Orders ein.

Für das gesamte letzte Jahr ergibt sich damit ein Bestellzuwachs um 6,0 Prozent. Hier lagen die Entwicklungen der Inlands- und Auslandsaufträge allerdings stärker auseinander. Erstere legten nur leicht um 0,8 Prozent zu, letztere deutlich kräftiger um 10,2 Prozent.

Die Auftragseingänge aus dem Euroraum lagen 2025 um 8,8 Prozent höher als 2024. Bei den Bestellungen aus Ländern außerhalb des gemeinsamen Währungsraums belief sich der Zuwachs auf 11,0 Prozent.

Die reale, also preisbereinigte Elektroproduktion hierzulande fiel im Dezember 1,5 Prozent höher aus als im Vorjahr. Im gesamten letzten Jahr war sie – vorbehaltlich späterer Revisionen – leicht um 0,4 Prozent rückläufig. Für das laufende Jahr 2026 erwarten wir wieder einen Produktionsanstieg um zwei Prozent.

Die branchenweite Kapazitätsauslastung hat sich mit Beginn d.J. um weitere zwei %-Punkte auf jetzt 80,4 Prozent der betriebsüblichen Vollauslastung erhöht. Auch die Reichweite der Auftragsbestände liegt mit 4,0 Produktionsmonaten leicht höher als vor einem Vierteljahr.

Sowohl die Produktions- als auch die Beschäftigungspläne wurden Anfang des ersten Quartals raufgesetzt. Der Saldo aus Firmen, die ihren Output in den nächsten drei Monaten steigern bzw. zurückfahren wollen, stieg von -5 auf +14 %-Punkte. Die Einstellungsabsichten verbesserten sich von -21 auf -11 Zähler.

Bei den Produktionshemmnissen bleibt eigentlich alles wie gehabt: 40 Prozent der Elektrounternehmen leiden unter Auftragsmangel. Fachkräftemangel (14%) oder Materialknappheit (11%) rangieren erst weit danach.

Die nominalen Erlöse der heimischen Elektro- und Digitalunternehmen sind im Dezember 2025 um 5,3 Prozent gegenüber Vorjahr auf 20,3 Milliarden Euro gestiegen.

Während es mit dem Inlandsumsatz leicht runter ging (-0,7%), zog der Auslandsumsatz um 10,6 Prozent an. Auch innerhalb des Auslandsgeschäfts gab es im Dezember eine unterschiedliche Entwicklung. So rückten die Erlöse mit Kunden aus der Eurozone (+17,8%) deutlich stärker vor als jene mit Partnern aus Drittländern (+7,1%).

Im Gesamtjahr 2025 summierte sich der aggregierte Branchenumsatz auf – vorläufige – 224,5 Milliarden Euro und lag damit um 2,0 Prozent über seinem 2024er Wert. Darin enthalten ist ein Anstieg der sektorweiten Erzeugerpreise um 1,3 Prozent.

105,4 Milliarden Euro entfielen auf das Inlandsgeschäft, das damit auf der Stelle trat (+0,1%). Mit ausländischen Kunden konnten die Erlöse dagegen um 3,7 Prozent auf 119,1 Milliarden Euro gesteigert werden.
Schließlich: 46,8 Milliarden Euro wurden im vergangenen Jahr mit Ländern aus dem gemeinsamen Währungsraum umgesetzt (+6,5%) und 72,3 Milliarden Euro mit Ländern außerhalb (+2,2%).

Im Dezember 2025 sind die Exporte der deutschen Elektro- und Digitalindustrie um 10,6 Prozent gegenüber Vorjahr auf 20,4 Milliarden Euro gestiegen. Somit endete das vergangene Jahr hier mit einem hohen Zuwachs.

Für das gesamte letzte Jahr 2025 steht ebenfalls ein Ausfuhrwachstum in den Büchern, nämlich um 5,1 Prozent auf (rekordhohe) 257,5 Milliarden Euro. Es fiel allerdings nur halb so hoch aus wie im Dezember.

Die Importe elektrotechnischer und elektronischer Güter nach Deutschland erhöhten sich im Dezember um 8,7 Prozent gegenüber Vorjahr auf 21,5 Milliarden Euro. Seit langem legten sie damit weniger stark zu als die Exporte.

Kumuliert von Januar bis Dezember 2025 kamen die aggregierten Einfuhren auf 274,9 Milliarden Euro. Ihren 2024er Wert übertrafen sie um 8,0 Prozent.

Unterm Strich steht für das vergangene Jahr ein sektorspezifisches Handelsbilanzdefizit von 17,4 Milliarden Euro. Gegenüber 2024 hat es sich fast verdoppelt.


 
 

 


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Dr. Andreas Gontermann, Chefvolkswirt
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