30.07.2025

Aktuelle Kennzahlen aus dem Bereich Konjunktur und Märkte

Die Auftragseingänge in der deutschen Elektro- und Digitalindustrie sind im Mai 2025 den nunmehr dritten Monat in Folge gestiegen. Insgesamt erhöhten sie sich im jüngsten Berichtsmonat um 2,0 Prozent gegenüber Vorjahr.

Allerdings stand diesmal einem Zuwachs der Auslandsorders um 5,6 Prozent ein Rückgang der inländischen Bestellungen um 2,6 Prozent gegenüber. Die Neuaufträge aus dem Euroraum (+5,5%) und aus Drittländern (+5,8%) zogen im Mai mehr oder weniger gleich stark an.

Im zusammengefassten Zeitraum der ersten fünf Monate d.J. lagen die wertmäßigen Bestellungen um 4,9 Prozent höher als in der gleichen Vorjahresperiode. Hier kamen die Orders von inländischen Kunden auf ein Plus von 4,4 Prozent.

Die Auftragseingänge aus dem Ausland zogen von Januar bis Mai um 5,3 Prozent gegenüber Vorjahr an. Dabei liefen die Geschäfte mit Ländern außerhalb des gemeinsamen Währungsraums (+5,9%) besser als jene mit der Eurozone, die um 4,4 Prozent zulegen konnten.

 

Die reale, also um Preiseffekte bereinigte Produktion elektrotechnischer und elektronischer Güter in Deutschland hat ihr Vorjahreslevel im Mai 2025 um 3,1 Prozent übertroffen.

Für den Gesamtzeitraum von Januar bis einschließlich Mai d.J. steht allerdings noch ein Minus zu Buche. Hier gab der Branchenoutput um 1,9 Prozent gegenüber Vorjahr nach.

Die nach vorne gerichteten Produktionspläne der Elektrounternehmen hierzulande zogen im Juni ganz leicht an. Gegenüber Mai erhöhte sich der Saldo aus Firmen, die ihren Output in den nächsten drei Monaten ausweiten bzw. zurückfahren wollen, um einen auf +8 %-Punkte.

Auch die Beschäftigungspläne stiegen etwas. Hier verbesserte sich der entsprechende Zähler von -17 auf -14 %-Punkte.

Zuletzt zählte die deutsche Elektro- und Digitalindustrie 880.900 Beschäftigte – 2,0 Prozent weniger als vor einem Jahr. Die Zahl der Kurzarbeitenden summiert sich derzeit auf 39.500. 
 

Die Erlöse der heimischen Elektro- und Digitalunternehmen fielen im Mai 2025 insgesamt um 4,3 Prozent höher aus als im Vorjahr und kamen damit auf 17,7 Milliarden Euro. 8,1 Milliarden Euro (+3,1%) wurden im Inlandsgeschäft erzielt. 9,6 Milliarden Euro entfielen auf den Umsatz mit ausländischen Kunden, der damit um stärkere 5,2 Prozent wuchs. Während die Verkäufe in die Eurozone im Mai um 16,1 Prozent auf 4,1 Milliarden Euro anzogen, gab das Geschäft mit Ländern außerhalb der europäischen Gemeinschaftswährung um 0,8 Prozent gegenüber Vorjahr auf 5,5 Milliarden Euro nach.

In den gesamten ersten fünf Monaten 2025 summierte sich der aggregierte Branchenumsatz auf 89,7 Milliarden Euro, womit er seinen entsprechenden Vorjahreswert noch leicht um 0,4 Prozent verfehlte. Mit 41,6 Milliarden Euro waren die Inlandserlöse zwischen Januar und Mai um 3,1 Prozent geringer als im Vorjahr, der Auslandsumsatz mit 48,1 Milliarden Euro dagegen um 1,8 Prozent höher. Dabei zogen die Geschäfte mit dem Euroraum (+4,1% auf 19,4 Mrd. €) deutlich stärker an als jene mit Drittländern (+0,5% auf 28,7 Mrd. €).

Sowohl im Mai als auch von Januar bis Mai lagen die branchenweiten Erzeugerpreise durchschnittlich um 1,1 Prozent über Vorjahr.
 

Nach ihrem leichten Rücksetzer im April sind die Exporte der deutschen Elektro- und Digitalindustrie im Mai 2025 wieder gestiegen. Insgesamt zogen sie um 6,3 Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahreswert an und kamen somit auf 19,9 Milliarden Euro.

Die Importe elektrotechnischer und elektronischer Waren nach Deutschland stiegen erneut stärker als die Ausfuhren. Sie legten im Mai um 8,7 Prozent gegenüber Vorjahr und damit auf 21,0 Milliarden Euro zu. Hier dürfte nicht zuletzt der stärker gewordene Euro die Entwicklung der Einfuhrvolumina weiter begünstigt haben.

Nimmt man die gesamten ersten fünf Monate d.J. zusammen, beliefen sich unsere aggregierten Lieferungen ins Ausland auf 105,7 Milliarden Euro und die deutschen Elektroeinfuhren auf 111,8 Milliarden Euro. Erstere erhöhten sich hier um 2,2 Prozent verglichen mit dem gleichen 2024er Zeitraum und letztere um deutlich höhere 7,2 Prozent.

Das sektorspezifische Handelsbilanzdefizit bleibt mit 6,1 Milliarden Euro zwischen Januar und Mai zwar überschaubar, hat sich zuletzt aber sukzessive ausgeweitet.


Ihr Ansprechpartner:

Dr. Andreas Gontermann, Chefvolkswirt
Leiter Abteilung Wirtschaftspolitik, Konjunktur und Märkte
Telefon: +49 69 6302-273 ; Fax: +49 69 6302-326 ; E-Mail: wipol(at)zvei.org

 

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