16.11.2022

Aktuelle Kennzahlen aus dem Bereich Konjunktur und Märkte

Die Auftragseingänge in der deutschen Elektro- und Digitalindustrie haben im September 2022 stagniert (-0,1% gegenüber Vorjahr). Allerdings waren sie vor einem Jahr bedingt durch Großaufträge auch stark gestiegen, sodass die Messlatte jetzt recht hoch lag.

Die Inlandsbestellungen erhöhten sich im September um 1,6 Prozent, die Auslandsorders gaben um 1,4 Prozent nach. Während Kunden aus der Eurozone 9,1 Prozent mehr nachfragten als im Vorjahr, gingen die Aufträge aus Drittländern um 6,4 Prozent zurück.

In den gesamten ersten drei Quartalen d.J. gingen 11,7 Prozent mehr neue Bestellungen ein als im Vorjahr. Die Inlandsaufträge lagen hier 10,4 Prozent im Plus. Die Auslandsorders rückten um 12,8 Prozent und damit etwas stärker vor (Euroraum: +16,9%, Drittländer: +10,6%).
 

Die preisbereinigte Produktion elektrotechnischer und elektronischer Güter lag im September um 7,8 Prozent über Vorjahr. Von Januar bis September übertraf sie ihr entsprechendes 2021er Niveau damit um 3,5 Prozent.

Während die Kapazitätsauslastung in der Branche zu Beginn des vierten Quartals 2022 mit 88,2 Prozent so hoch blieb wie drei Monate zuvor (88,3%), fiel die Auftragsreichweite von 5,6 auf – immer noch weit überdurchschnittliche – 5,2 (Produktions-)Monate zurück.

Versorgungsengpässe (Materialknappheiten, logistische Probleme etc.) stellen weiter das mit Abstand größte Produktionshemmnis dar. Immerhin fiel der Anteil betroffener Firmen zuletzt von 89 Prozent auf 78 Prozent. Die Hälfte der Unternehmen (51%) klagt über Fachkräftemangel. 15 Prozent der Firmen berichten aktuell über zu wenig Aufträge. Drei Monate zuvor waren es erst 10 Prozent.

Mit 21,1 Milliarden Euro lagen die nominalen Erlöse der heimischen Elektro- und Digitalindustrie im September 2022 um 18,1 Prozent höher als im Vorjahr. Dabei kam der Inlandsumsatz auf 10,0 Milliarden Euro (+18,7%) und der Auslandsumsatz auf 11,1 Milliarden Euro (+17,5%). Das Geschäft mit Kunden aus dem Euroraum stieg um 16,2 Prozent auf 3,9 Milliarden Euro. Auf Drittländer-Märkten wurden Produkte im Wert von 7,2 Milliarden Euro abgesetzt und damit 18,3 Prozent mehr als im gleichen Vorjahresmonat.

Kumuliert von Januar bis September d.J. summierte sich der aggregierte Branchenumsatz auf 164,1 Milliarden Euro, womit er um 11,6 Prozent höher lag als vor einem Jahr. Hier zogen die Inlandserlöse (+14,2% auf 77,8 Mrd. €) stärker an als die Auslandserlöse (+9,4% auf 86,3 Mrd. €). Der Umsatz mit der Eurozone nahm in den ersten neun Monaten um 7,0 Prozent auf 30,8 Milliarden Euro zu. Mit Auslandskunden außerhalb des gemeinsamen Währungsraums expandierten die Geschäfte um 10,9 Prozent auf 55,5 Milliarden Euro.

Die deutsche Elektro- und Digitalindustrie hat ihre Ausfuhren im September 2022 weiter gesteigert. Sie erhöhten sich gegenüber Vorjahr um 11,7 Prozent auf 21,4 Milliarden Euro. Angesichts des herausfordernden makroökonomischen Umfelds präsentieren sich die Branchenausfuhren damit bislang nach wie vor robust.

Zusammengenommen für die ersten drei Quartale dieses Jahres beliefen sich die Elektroexporte auf einen Wert von 180,3 Milliarden Euro, was einem 8,2-prozentigen Anstieg zum Vorjahreszeitraum entspricht.

Die Entwicklung der Exporte wird – wie schon so oft in diesem Jahr – von jener der Importe übertroffen. So sprangen die Einfuhren elektrotechnischer und elektronischer Erzeugnisse nach Deutschland im September um 25,3 Prozent gegenüber Vorjahr auf 22,9 Milliarden Euro. Für die gesamten ersten neun Monate dieses Jahres steht hier ein Plus in Höhe von 18,9 Prozent auf 189,0 Milliarden Euro zu Buche.
 


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Dr. Andreas Gontermann, Chefvolkswirt
Leiter Abteilung Wirtschaftspolitik, Konjunktur und Märkte
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