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05.03.2026

Digitaler Produktpass 4.0 für Gebäude: Ein Scan. Alle Fakten.

Die europäische Gesetzgebung führt schrittweise ab 2027 den Digitalen Produktpass (DPP) für zahlreiche Produktgruppen ein – darunter auch Elektroprodukte. Ziel der Regulierung, insbesondere der ESPR (Ecodesign for Sustainable Products Regulation) und weiterer Verordnungen wie der Bauprodukteverordnung, ist es, Produktinformationen wie Herkunft, Materialien, Reparierbarkeit, Recyclingfähigkeit sowie Umweltwirkungen transparent, digital und standardisiert verfügbar zu machen.

Gleichzeitig steigen die Anforderungen von Konsumenten, Handwerk und Handel: Produktinformationen sollen jederzeit digital verfügbar sein, idealerweise über einen Scan, und verlässlich aus einer Quelle stammen. Hersteller stehen vor der Herausforderung, diese Daten strukturiert und standardisiert aufzubereiten und über den gesamten Lebenszyklus eines Produkts verfügbar zu halten.

 

 

DPP4.0 – Eine technische Umsetzung des DPP

DPP4.0 setzt die bekannten, technischen Anforderungen an den digitalen Produktpass unter Anwendung existierender IEC-Standards um. Dabei wird die eindeutige Identifikation des Produkts sowie der Zugang zu verfügbaren Informationen über den Identifizierungslink (ID-Link, IEC 61406) und die Strukturierung der Informationen über die Asset Administration Shell (AAS, IEC 63278) hergestellt. Die Lösung basiert somit auf bereits verfügbaren, industriell angewendeten Standards. Sie ermöglicht nicht nur regulatorische Compliance, sondern ist Grundlage für digitale Services und eine moderne, effiziente Dateninfrastruktur entlang des gesamten Produktlebenszyklus.

Die nachfolgenden Vorteile des DPP4.0 betreffen Hersteller, Handel, Handwerk und Betreiber gleichermaßen:

  • Schneller Zugriff: Ein QR-Code ermöglicht allen Beteiligten – Handwerk, Handel, Endkunden – direkten Zugang zu technischen Daten, Dokumenten und Umweltdaten.

  • Nachhaltigkeit & Transparenz: PCF-Werte (Product Carbon Footprint) und andere Umweltinformationen werden eindeutig nachvollziehbar.

  • Grundlage für neue Mehrwertdienste: Predictive Services, digitale Wartungsmodelle oder Pay-per-Use werden durch konsistente Datenstrukturen möglich.

  • Etablierte Branchenstandards wie ECLASS, ETIM und IEC CDD können im DPP4.0 abgebildet werden

19 Unternehmen beteiligen sich am ZVEI-Showcase

Mit dem Showcase zeigt der ZVEI exemplarisch den CO2-Fußabdruck jedes einzelnen Produkts, das in der Elektroinstallation eines Wohngebäudes verbaut ist, sowie ebenjenen Wert für die gesamte Elektroanlage. Der Showcase selbst soll nicht nur weitere Unternehmen innerhalb der Elektroindustrie thematisch sensibilisieren und zum Mitmachen motivieren, sondern ein erster Schritt hin zu branchenweiten Standards beim Thema ESG-Datenweitergabe markieren.

Vorteile des ZVEI-Showcase zum DPP4.0 im Gebäude 

Der ZVEI-Showase auf der Light + Building 2026 demonstriert anhand einer fiktiven elektrischen Anlage eines Gebäudes umfassend und anschaulich, welche Vorteile sich durch die Bereitstellung des DPP4.0 ergeben. 

Konkret und interaktiv dargestellt sind: 
Übersicht über die Gesamtanlage: DPP4.0 stellt standardisierte, digital abrufbare Produktinformationen über einen ID-Link bereit, was zur Erstellung einer vollständigen und aktualisierbaren Übersicht aller Geräte genutzt wird.

  • Digitale Verfügbarkeit von Produktinformationen und Dokumenten: Technische Dokumentationen, Gebrauchs- und Einbauanleitungen sowie Zertifikate können unmittelbar digital abgerufen werden. 

  • Zugriff und Nutzung von Nachhaltigkeitsinformationen: Der Product Carbon Footprint (PCF) jedes einzelnen Produktes stet digital zur Verfügung und wird zur Berechnung des PCF-Werts der Gesamtanlage automatisiert genutzt inklusive dynamischer Veränderungen basierend auf den verbauten Geräten.

  • Nutzung etablierter Datenstandards: Durch die Abbildung von ETIM-Merkmalen wird gezeigt, dass DPP4.0 die Einbindung verschiedenster Datenstandards wie ETIM, ECLASS oder IEC CDD möglich ist.

  • Dynamische Veränderung des Gesamtwertes: Fügt man Komponenten hinzu oder entfernt sie, passt sich der PCF der Gesamtanlage automatisch und in Echtzeit an.

  • Kontrollierter Zugang zu Produktinformationen: Mittels Authentifizierung kann der Zugriff auf Produktinformationen gesteuert werden, um unterschiedlichen Nutzergruppen Zugang zu relevanten Informationen zu er-möglichen ohne, dass diese öffentlich verfügbar sind.

  • Die Demonstration zeigt, wie DPPs einzelner Produkte realisiert werden können und wie enthaltene Informationen zur digitalen Dokumentation der Gesamtanlage oder vor Ort montierter Einheiten genutzt werden können.

Besucher erleben live, wie der DPP4.0 die digitale Dokumentation und Interaktion mit Produkten erleichtert, welchen Mehrwert dies für Transparenz, Nachhaltigkeit und Effizienz bringt und welchen Wettbewerbsvorsprung der Einsatz von DPP4.0 bietet.

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