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25.02.2026
Der KI-Boom saugt die Speicherchips aus dem Markt. Infrastruktur und Rechenzentren profitieren, andere Branchen könnten unter Druck geraten. Der ZVEI fordert seit geraumer Zeit, die Investitionen in die Mikroelektronik auszubauen, um volkswirtschaftlichen Schaden abzuwenden. Einmal mehr zeigt sich, dass dies nicht nur Selbstzweck, sondern ein Gebot der Vernunft ist.
Künstliche Intelligenz war nicht nur ein Buzzword der vergangenen Jahre, die Technologie löste einen regelrechten Wirtschaftsboom aus. Denn KI benötigt vor allem eines: Rechenleistung. Das führte zu einem rasanten Anstieg der Investitionen in Infrastruktur und Rechenzentren. Diese gestiegene Nachfrage machte sich insbesondere auch in der Mikroelektronik bemerkbar. Der Markt für Speicherchips ist davon besonders betroffen. Analysen der World Semiconductor Trade Statistics (WSTS) weisen für 2025 einen Preisanstieg von 50 Prozent für diese Chips aus.
Das Memory-Segment wächst, denn die Bedarfe sind allenthalben – also nicht nur im KI-Umfeld – groß. Allerdings hatte der Speicher-Bereich bis 2023 unter einer relativ großen Flaute zu leiden. Deshalb blieben Investitionen aus, was nun dazu führt, dass die vorhandenen Kapazitäten nicht genügen, um die Nachfrage schnell zu bedienen. Die Lieferzeiten ziehen sich also aller Voraussicht nach in die Länge.
Verknappungen bei solchen Schlüsseltechnologien sind für unsere Volkswirtschaft jedoch ein massives Problem. Allein die Chip-Knappheit von 2021 bis 2023 verursachte einen Schaden von über 102 Milliarden Euro in Deutschland.
Umso wichtiger ist es deshalb, dass wir das Mikroelektronikökosystem hier vor Ort durch kraftvolle Förderung weiter auf- und ausbauen. Dass sich staatliche Investitionen in die Mikroelektronik rechnen, beweist unter anderem die ZVEI-Studie „Von Chips zu Chancen“, die hier zum Herunterladen bereitsteht.
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