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27.04.2020

Neues EU-Kreislaufwirtschaftspaket kann Ökologie und Ökonomie vereinbaren

Das Bestreben nach einer Circular Economy steht zurecht ganz oben auf der politischen Agenda. Jedoch darf kein einseitiger Ansatz verfolgt werden: Ein wettbewerbsfähiges Europa ist nicht ausschließlich von der Formulierung ökologischer Zielsetzungen abhängig. Die anstehende Transformation ist nur dann wirklich „nachhaltig“, wenn in ihrer Umsetzung eine Balance zwischen Wettbewerbsfähigkeit, Umwelt- und Klimaschutz sowie gesellschaftlicher Verantwortung gefunden wird.

Die EU-Kommission stellt zurecht fest, dass die Vielzahl an Themen im Zusammenhang mit einer Circular Economy zunehmend eine themenübergreifende und interdisziplinäre Betrachtung verlangen. Derart komplexe Herausforderungen müssen unbedingt frühzeitig im Dialog mit allen Akteuren entlang der Wertschöpfungsketten analysiert und bewertet werden, damit mögliche regulatorische Aktivitäten sinnvoll abgewogen und gestaltet werden können – und damit tatsächlich als „nachhaltig“ bezeichnet werden können.

Die Elektrotechnik- und Elektronikindustrie ist vor dem Hintergrund langjähriger Erfahrungen mit der Umsetzung von nachhaltigkeitsbezogenen Anforderungen gerne bereit, einen konstruktiven und zielführenden Beitrag für ein nachhaltig wettbewerbsfähiges Europa und damit eine nachhaltige Circular Economy zu leisten. Denn unsere Mitgliedsunternehmen sind Anbieter innovativer, energie- und ressourcenschonender Produktlösungen, die in ihrem Anwendungsgebiet bereits heute einen Beitrag zur Verwirklichung des Kreislaufgedankens (Circular Economy) leisten. Elektronische Produkte, die ihr Lebensende erreicht haben, verstehen wir nicht als Abfall, sondern als wiederverwertbare Rohstoffquelle.

Das vorliegende Papier stellt eine erste Einschätzung der wichtigsten Diskussionspunkte aus der Perspektive der Hersteller von Elektrotechnik- und Elektronikprodukten dar. Dies sind beispielsweise:

  • Produkt-Anforderungen müssen immer produktspezifisch betrachtet und sorgfältig geprüft werden
  • RoHS als eigenständiges Gesetz erhalten und risikobasierten Ansatz zur Regulierung von Substanzen und Produktgruppen anwenden
  • Batterien ausschließlich über Batterierichtlinie regulieren
  • Kein verpflichtender Einsatz von Kunststoff-Rezyklaten ohne vorherige Erarbeitung von produktspezifischen Standards für Qualitätskriterien  
  • Keine neuen Daten(banken) – zunächst müssen bestehende Daten(banken) praxisgerecht ausgestaltet werden
  • Ausfuhren von Abfall regulieren – Vollzug und Binnenmarkt stärken
  • Chancen der Digitalisierung nutzen – Synergien mit Circular Economy ausbauen
  • Wettbewerbsfähigkeit europäischer Produkte auf dem Weltmarkt erhalten
  • Identische Umsetzung europäischer Regelungen auf Ebene der Mitgliedsstaaten
  • Stärkung des Vollzugs von Gesetzen
Nachhaltigkeit & Umwelt

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