11.5.2022

Aktuelle Kennzahlen aus dem Bereich Konjunktur und Analysen

Auch dank Großaufträgen hat die deutsche Elektro- und Digitalindustrie im März 2022 nochmals 13,9 Prozent mehr neue Bestellungen eingesammelt als im Vorjahr.

Die Inlandsorders erhöhten sich um 6,0 Prozent, die Auslandsorders stiegen mehr als dreimal so stark (+20,3%). Dabei gingen aus dem Euroraum 40,0 Prozent mehr Aufträge ein als noch im März 2021. Kunden aus Drittländern steigerten ihre Bestellungen um 10,5 Prozent.

Für das gesamte erste Quartal 2022 steht damit ein Bestellplus von 14,6 Prozent gegenüber Vorjahr in den Büchern. Hier wuchsen die Auftragseingänge aus dem Inland um fast ein Siebtel (+13,3%) und die aus dem Ausland um knapp ein Sechstel (+15,6%). Während Kunden aus der Eurozone ihre Orders in den ersten drei Monaten 2022 um 24,8 Prozent ausweiteten, legten die Bestellungen aus Ländern außerhalb des gemeinsamen Währungsraums um 10,6 Prozent zu.

Die (preisbereinigte) heimische Produktion elektrotechnischer und elektronischer Güter kam im März 2022 nur um 1,1 Prozent gegenüber Vorjahr voran. Kumuliert von Januar bis März übertraf sie ihr entsprechendes 2021er Niveau um 2,9 Prozent.

Mit 87,9 Prozent fiel die Kapazitätsauslastung in der Branche zu Beginn des zweiten Quartals 2022 etwas niedriger aus als noch drei Monate zuvor (88,5%). Gleichzeitig erhöhte sich die Auftragsreichweite von 4,8 auf allzeithohe 5,7 (Produktions-) Monate.

Nur 8 Prozent der Firmen berichten über zu wenig Aufträge. Dagegen sind 89 Prozent von Versorgungsengpässen (Materialknappheit, Logistikprobleme etc.) betroffen – so viele wie noch nie. Entsprechend wurden die Produktionspläne zuletzt abwärts revidiert. Per saldo bleiben sie aber positiv. 47 Prozent haben Fachkräftemangel.

Die Erlöse der heimischen Elektro- und Digitalindustrie kamen im März 2022 auf 19,7 Milliarden Euro, womit sie um 6,9 Prozent höher lagen als im Jahr davor. Dabei kamen Inlands- und Auslandsumsatz mit plus 7,0 Prozent auf 8,9 Milliarden Euro bzw. plus 6,9 Prozent auf 10,8 Milliarden Euro gleich schnell voran.

Die Geschäfte mit Partnern aus dem Euroraum (+8,4% auf 4,1 Mrd. €) nahmen im März etwas kräftiger zu als der Umsatz mit Drittländern (+5,9% auf 6,7 Mrd. €).

Im gesamten ersten Quartal 2022 erhöhten sich die aggregierten Branchenerlöse um 9,7 Prozent gegenüber Vorjahr auf 52,5 Milliarden Euro. Dabei lag der Umsatz mit ausländischen Kunden (+7,9% auf 28,1 Mrd. €) um fast vier Milliarden Euro höher als der mit Geschäftspartnern aus dem Inland (+12,0% auf 24,4 Mrd. €).

Mit der Eurozone wurden zwischen Januar und März 10,6 Milliarden Euro erlöst – ein Plus von 8,4 Prozent. Der Umsatz mit Kunden aus Drittländern kam auf 17,5 Milliarden Euro und fiel damit um 7,6 Prozent höher aus als im ersten Quartal 2021.

Die Exporte der deutschen Elektro- und Digitalindustrie sind im Februar 2022 weiter gestiegen. Mit einem Zuwachs von 6,6 Prozent gegenüber Vorjahr kamen sie auf einen Wert von 18,4 Milliarden Euro. Auswirkungen des Ukraine-Kriegs (der erst am 24. Februar begann) dürften sich in diesen Zahlen noch nicht widerspiegeln. Dies wird dann ab dem nächsten Berichtsmonat März der Fall sein.

In den ersten beiden Monaten d.J. erhöhten sich die aggregierten Branchenausfuhren um 5,1 Prozent gegenüber Vorjahr auf 36,1 Milliarden Euro.

Demgegenüber entwickelten sich die Einfuhren elektrotechnischer und elektronischer Erzeugnisse nach Deutschland erneut deutlich dynamischer. Im Februar kletterten sie um 15,8 Prozent auf ebenfalls 18,4 Milliarden Euro. Kumuliert von Januar bis Februar 2022 beliefen sich die Elektroimporte auf 38,4 Milliarden Euro, womit sie ihren Vorjahreswert um 14,0 Prozent übertrafen.


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Dr. Andreas Gontermann, Chefvolkswirt
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