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30.10.2026

Breast Cancer Awareness Month: Neue Perspektiven für die Früherkennung von Brustkrebs

Ab August 2027 können Frauen bereits ab 45 Jahren die Früherkennungsuntersuchung für Brustkrebs wahrnehmen. Das hat der Gemeinsame Bundesausschuss im Brustkrebsvorsorgemonat Oktober beschlossen. Moderne Verfahren wie die Tomosynthese können dabei helfen, verdächtige Veränderungen im Brustgewebe in bestimmten Fällen noch zuverlässiger zu erkennen.

Für die Früherkennung und Diagnostik von Brustkrebs bei Frauen ist die Mammografie nach wie vor ein zentrales bildgebendes Verfahren. Diese spezielle Röntgenuntersuchung senkt die Sterblichkeit bei Brustkrebs nachweislich. Dabei kommen heute digitale Mammografie-Geräte zum Einsatz, die digitale Röntgenbilder der komprimierten Brust erzeugen. Bei der konventionellen zweidimensionalen (2D-)Mammografie erstellen Radiologinnen und Radiologen üblicherweise zwei Röntgenbilder der komprimierten Brust: eine Aufnahme von oben nach unten und eine Schrägaufnahme von innen nach außen. 

Einige Geräte eignen sich zusätzlich für die sogenannte digitale Brust-Tomosynthese (DBT). Während die klassische Mammografie das Brustgewebe in einer zweidimensionalen Projektion darstellt, ermöglicht die Tomosynthese die Betrachtung in dünnen Schichten. Dadurch wird der störende Einfluss von Gewebeüberlagerungen deutlich reduziert. Veränderungen, die in der zweidimensionalen Mammografie durch darüber- oder darunterliegendes Brustgewebe verdeckt werden können, lassen sich so häufiger besser erkennen. Studien zeigen, dass mit der Tomosynthese mehr invasive Karzinome entdeckt werden als mit der 2D-Mammografie – insbesondere bei Frauen mit dichtem Brustgewebe. 

Spezielle Röntgenstrahlung im Einsatz 

Bei der Mamma-Tomosynthese nehmen die Geräte bei jeder Einstellung mehrere Projektionsaufnahmen mit geringer Einzeldosis aus verschiedenen Winkeln auf. Dafür bewegt sich die Röntgenröhre über einen begrenzten Winkelbereich um die komprimierte Brust. Zum Einsatz kommt eine speziell für die Mammografie optimierte Röntgenstrahlung, um auch geringe Unterschiede im Brustgewebe kontrastreich darzustellen. Aus den Aufnahmen berechnet das System dünne Schichtbilder der Brust, die anschließend Schicht für Schicht betrachtet werden können. 

Ein Hinweis auf mögliche Karzinome ist sogenannter „gruppierter Mikrokalk“. Auch für die Erkennung und Beurteilung solcher feinen Strukturen stellt die Tomosynthese leistungsfähige Bildinformationen zur Verfügung. 

Zusätzlich zu den Schichtbildern kann spezielle Software aus den Tomosynthese-Daten ein zweidimensionales Übersichtsbild errechnen. Diese sogenannte synthetische 2D-Mammographie liefert eine zweidimensionale Gesamtdarstellung der Brust, ohne dass dafür zwingend eine zusätzliche konventionelle 2D-Aufnahme erforderlich ist. Sie ergänzt damit die detaillierte Betrachtung der einzelnen Tomosynthese-Schichten und kann je nach Untersuchungsprotokoll die direkt aufgenommene 2D-Mammografie ersetzen.  

Potenziale moderner Technik nutzen  

In Deutschland wird die Tomosynthese bislang vor allem zur Abklärung auffälliger Befunde eingesetzt; ihre Eignung für das Früherkennungsprogramm wird derzeit wissenschaftlich bewertet. Zugleich gewinnt eine risikoadaptierte Früherkennung an Bedeutung: Je nach individuellem Risiko – etwa bei sehr dichtem Brustgewebe oder familiärer Vorbelastung – können ergänzende Verfahren wie die Brust-MRT die Früherkennung weiter verbessern.  

Mit der Erweiterung des Mammographie-Screenings auf jüngere Frauen sollte deshalb nicht nur die Zahl der Anspruchsberechtigten wachsen. Auch gilt es zu prüfen, wie technischer Fortschritt die Qualität der Früherkennung steigern kann. Dazu gehören die systematische Berücksichtigung der Brustdichte sowie der gezielte Einsatz moderner Verfahren wie der digitalen Brust-Tomosynthese. Andere europäische Länder zeigen bereits, dass sich Screening-Programme in Richtung einer stärker risikoadaptierten Früherkennung weiterentwickeln können.  

Risikofaktor Brustdichte 

Die Brustdichte beeinflusst nicht nur die Aussagekraft der Mammographie, sondern ist selbst ein relevanter Risikofaktor. Ihre systematische Erfassung könnte deshalb künftig ein wichtiger Baustein einer stärker risikoadaptierten Brustkrebsfrüherkennung sein. Bei dichterem Brustgewebe kann die digitale Brust-Tomosynthese die diagnostischen Möglichkeiten gegenüber der alleinigen 2D-Mammographie erweitern. Bei Frauen mit besonders hoher Brustdichte oder erhöhtem individuellem Risiko können darüber hinaus ergänzende bildgebende Verfahren wie die Magnetresonanztomographie (MRT) relevant werden. 

Künstliche Intelligenz (KI) kann diesen Ansätze weiter schärfen: KI-Algorithmen können anhand unauffälliger Screening-Mammografien Frauen mit erhöhtem Tumorrisiko identifizieren. Eine gezielte ergänzende MRT kann bei diesen Frauen Karzinome entdecken, die sonst erst zwischen zwei Screening-Runden als sogenannte Intervallkarzinome auffallen würden. So lassen sich begrenzte MRT-Kapazitäten dort einsetzen, wo der zusätzliche Nutzen am größten ist.  

Gesundheit Elektromedizinische Technik

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