Editorial

Der Beitrag des Mobilitätssektors für den Klimaschutz ist unverzichtbar.

Der Verkehr ist für knapp 30 Prozent aller CO2-Emissionen der EU verantwortlich. Davon entfallen rund 72 Prozent auf den Straßenverkehr. Die EU hat sich zum Ziel gesetzt, die Verkehrsemissionen bis 2050 um 60 Prozent gegenüber dem Stand von 1990 zu reduzieren. Dieses Ziel ist ambitioniert, aber durchaus erreichbar. Wichtig ist, dass es jetzt weitergeht – mit dem Ausbau einer leistungsfähigen Ladeinfrastruktur, dem Einsatz neuer intermodaler Mobilitätskonzepte und beschleunigten Zulassungs- und Standardisierungsverfahren beim vernetzten und autonomen Fahren. 

Fakt ist, dass bis 2030 15 Millionen Elektroautos auf Deutschlands Straßen fahren sollen und daher rund 800.000 Ladepunkte benötigt werden. Die Zahl der Elektroautos in Deutschland steigt tatsächlich schnell. Im Jahr 2020 wurden mehr als 194.000 Autos mit reinem Elektroantrieb neu zugelassen – so viele wie nie zuvor. Vielen Menschen ist mittlerweile bewusst, dass die Umstellung auf Elektrofahrzeuge ein Kernelement der klimafreundlichen Mobilität ist. Allerdings nimmt der Ausbau der Ladeinfrastruktur nur langsam Fahrt auf. 

Dabei spielt Ladeinfrastruktur nicht nur für die vermehrte Nutzung von Elektrofahrzeugen eine zentrale Rolle. Ausschließlich durch das Zusammenspiel von verschiedenen Verkehrsträgern können die CO2-Ziele erreicht werden. In diesem Zusammenhang ist auch der Ausbau von Ladeinfrastruktur für LKW, Schiffe sowie den ÖPNV und Batterie-Hybrid-Antriebe erforderlich. Gleichzeitig besteht auch mit Blick auf den Schienenverkehr, der aktuell nur zu 60 Prozent elektrifiziert ist, weiterer Handlungsbedarf.

Besonders Ballungsräume kommen unter immer größeren Mobilitätsdruck, wobei die Stickstoff-, Feinstaub- und CO2-Belastungen zunehmen. Die Lösung zur Entlastung sind vernetzte, intermodale Mobilitätskonzepte. Für die Vernetzung von Verkehrsträgern und die intelligente Verkehrssteuerung ist allerdings eine sektorübergreifende Datennutzung unabdingbar – die politischen Rahmenbedingungen müssen wir dafür erst noch schaffen. Zusätzlich kann autonome Mobilität und der Einsatz von KI durch Effizienzsteigerungen einen großen Beitrag zur Erhöhung der Leistungsfähigkeit im Mobilitätssektor liefern. 

Gehen wir es an!

Ihr 
André John
 

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30.000 GWh 

elektrische Energie benötigen die rund 15 Millionen E-Autos im Jahr 2030.
Quelle: Nationale Leitstelle Ladeinfrastrukturen.



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