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29.01.2026

Politisches Frühstück in Brüssel: Europas Mikroelektronik-Ökosystem strategisch stärken

Unter dem Titel „Strengthening Europe’s Microelectronics Ecosystem – from Chips Act 1.0 to Chips Act 2.0“ diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Industrie am 28. Januar in Brüssel über die Weiterentwicklung der europäischen Halbleiterstrategie. Das Frühstück wurde gemeinsam von der Vertretung des Freistaats Bayern bei der EU und dem ZVEI ausgerichtet.

Im Mittelpunkt der Diskussion stand die Frage, wie Europa den Übergang von einer krisengetriebenen Reaktion hin zu einer strategischen, langfristig ausgerichteten Industriepolitik für Halbleiter gestalten kann. Dabei wurde deutlich: Die Weiterentwicklung des europäischen Regulierungsrahmens hin zu einem Chips Act 2.0 muss über reine Förderinstrumente hinausgehen und strukturelle Weichenstellungen adressieren. 

Fokussierter Austausch von Industrie und Europapolitik 

Zu den Sprecherinnen und Sprechern zählten unter anderem die beiden Mitglieder des Europäischen Parlaments Bart Groothuis und Matthias Ecke, Vertreter unserer Mitgliedsunternehmen sowie Sarah Bäumchen, Geschäftsführerin des ZVEI. 

Die Diskussion machte deutlich, dass Europa seine Position in der globalen Mikroelektronik-Wertschöpfungskette gezielt stärken muss, um technologische Souveränität und wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern. 

Drei industriepolitische Kernbotschaften 

Im Verlauf des Austauschs kristallisierten sich drei zentrale industriepolitische Botschaften heraus: 

  • „Protect what we need“ 
    Die Nachfrage nach Mikroelektronik in kritischen Bereichen wie Infrastruktur, Verteidigung, Automobilindustrie und industrieller Automatisierung wird weiter steigen. Gerade in diesen Sektoren müssen bestehende Verwundbarkeiten in den Lieferketten reduziert und Resilienz systematisch aufgebaut werden. 
  • „Win where we can“ 
    Zukünftige Wachstumsmärkte liegen insbesondere in KI-Rechenzentren, Robotik und Edge-AI-Anwendungen. Europa sollte gezielt auf bestehenden Stärken aufbauen – etwa in der Photonik, Sensorik oder im Bereich Ausrüstungs- und Fertigungstechnologien – und gleichzeitig Designkompetenzen ausbauen, um neue Märkte zu erschließen und strategische Handlungsspielräume zu sichern. 
  • Chips Act 2.0 muss über Förderung hinausgehen 
    Schnelle, flexible und ausreichend ausgestattete Finanzierungsinstrumente bleiben ein zentraler Baustein. Darüber hinaus bedarf es jedoch verbesserter Rahmenbedingungen: beschleunigte Genehmigungsverfahren, gezielte Unterstützung von Forschung und Entwicklung sowie Investitionen (CAPEX), Fachkräfteentwicklung, ein ganzheitlicher Ansatz entlang der gesamten Wertschöpfungskette und eine stärkere internationale Kooperation mit vertrauenswürdigen Partnern. 
Dialog als Schlüssel für eine zukunftsfähige Halbleiterpolitik 

Die Veranstaltung unterstrich die Bedeutung eines kontinuierlichen und strukturierten Dialogs zwischen Industrie und Politik. Nur im engen Austausch können die richtigen Prioritäten gesetzt und ein wirksamer „Chips Act 2.0“ ausgestaltet werden, der Europas Mikroelektronik-Ökosystem nachhaltig stärkt. 

Der ZVEI wird diesen Dialog weiterhin aktiv begleiten und sich für wettbewerbsfähige und innovationsfreundliche Rahmenbedingungen in Europa einsetzen. 

Europa & International Europa Mikroelektronik

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