Editorial

Der rote Faden der Gesundheitswirtschaft

Liebe Leserinnen und Leser,
was verstehen Sie unter Nachhaltigkeit? Klima- und Umweltschutz sind eine der großen Säulen dieses Themas, es gibt aber auch wirtschaftliche und soziale Komponenten. Die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen (SDGs) bilden sie alle in ihren einzelnen Facetten ab. So bedeutet Nachhaltigkeit auch, dass alle und überall Zugang zu moderner Gesundheitsversorgung mit innovativer Technik haben sollen – darum dreht sich das SDG 3. Um dies erreichen zu können, spielt auch die Medizintechnik eine sehr große Rolle. Denn mit moderner Gesundheitstechnologie kann medizinisches Expertenwissen auch über weite Flächen und für alle Patientinnen und Patienten zur Verfügung gestellt werden. Die Voraussetzung ist, dass eine vernetzte Gesundheitsinfrastruktur zur Verfügung steht.

Digitalisierung ist in gewisser Weise der rote Faden, der die neuen Lösungen zum Schutz der Gesundheit und Wohlergehen durchzieht – etwa bei Prävention, Früherkennung, Diagnose und Therapie nicht-übertragbarer Krankheiten, z. B. Krebserkrankungen. Dieser muss sich deshalb auch künftig in den Maßnahmen zur Unterstützung der Gesundheitswirtschaft wiederfinden.

Werfen wir einen Blick auf die deutsche Gesundheitswirtschaft: Sie stand im Jahr 2020 laut Bundeswirtschaftsministerium für zwölf Prozent des Bruttoinlandsprodukts in Deutschland. Im Bereich der Medizintechnik gehört Deutschland gehört zu den weltweit führenden Anbietern und leistet hier mit nahezu zwei Drittel Exportanteil auch einen wertvollen Beitrag zur globalen Gesundheitsversorgung. Die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit dieser wertschöpfungsstarken Branche gilt es zu erhalten – mit einer umfassenden Digitalstrategie, einem einheitlichen Rechtsrahmen für die Nutzung von Gesundheitsdaten für die private Forschung und Entwicklung, und dem Aufbau von Netzwerken zwischen klinischer Forschung und Medizintechnikindustrie, um schneller und besser klinische Daten über Medizinprodukte sammeln und sie bewerten zu können. Nur dadurch kommen innovative Ideen zügig zu den Patientinnen und Patienten und können helfen, das SDG 3 auch international zu erreichen. 

Der Wandel unserer Gesellschaft hin zu einer All-Electric-Society kann und muss auch der Wandel zu einer gesünderen Gesellschaft sein. Erste Bausteine dafür – gerade im Bereich Digitalisierung – haben wir in der vergangenen Legislatur geschaffen – nun müssen wir sie in der kommenden zusammensetzen, ressortübergreifend. Für eine forschungsstarke, leistungsfähige, wirtschaftlich gesunde und internationale wettbewerbsfähige Medizintechnikbranche. Und für eine individualisierte Gesundheitsversorgung mit dem Menschen im Mittelpunkt.  

 

Hans-Peter Bursig
Fachverbandsgeschäftsführer Elektromedizinische Technik

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