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27.10.2021

Fortschritt und Verantwortung: Nachhaltigkeit in der Elektro- und Digitalindustrie

Das Leitbild der Nachhaltigkeit setzt sich zusammen aus einer sozialen, einer wirtschaftlichen und einer ökologischen Dimension und ist sowohl auf die Gegenwart als auch auf die Zukunft ausgerichtet. 2015 haben die Vereinten Nationen im Rahmen der „Agenda 2030“ siebzehn globale Nachhaltigkeitsziele – die Sustainable Development Goals (SDGs) – formuliert. Sie prägen seitdem die Nachhaltigkeitsdebatte und bieten als globaler Handlungs- und Orientierungsrahmen eine Richtungsweisung für die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts – auch für die Elektro- und Digitalindustrie. Mit welchen Lösungen kann unsere Branche einen Beitrag leisten, wo liegen Möglichkeiten für Synergien, wo gibt es aber auch Zielkonflikte? Das stellen wir hier vor:

 

Relevanz der SDGs für die Elektro- und Digitalindustrie 

Der Wirtschaft kommt eine große Hebelwirkung zu: Jedes Kerngeschäft eines Unternehmens bietet das Potenzial, sowohl nachhaltig zu wirtschaften, positive Einflüsse zu maximieren aber auch mögliche negative Einflüsse über die gesamte Wertschöpfungskette zu mindern. Dies gilt im Rahmen der jeweiligen Möglichkeiten auch unabhängig von der Größe eines Unternehmens. 

  • Wie also sich dem Thema Nachhaltigkeit annähern?

  • Was sind konkrete Beispiele von Unternehmen aus, die sich mit den SDGs bereits auseinandersetzen?

Vor dem Hintergrund dieser Fragen hat der ZVEI 2019 den "Wegweiser für nachhaltige Entwicklung" veröffentlicht, um Unternehmen bei der Annäherung an das Thema Nachhaltigkeit zu unterstützen. Naturgemäß sind alle SDGs relevant, jedoch entfaltet sich für die Elektro- und Digitalindustrie für bestimmte Ziele eine besondere Hebelwirkung. Für andere Ziele wiederum bestehen Relevanz und Herausforderung insbesondere darin, potenziell negative Einflüsse zunehmend zu minimieren. Diesem Gedanken folgt unsere Einschätzung und Priorisierung der Ziele – SDG Nr. 17 ist übergreifend relevant im Sinne des Verbands als Plattform für Partnerschaften. 

In der hier dargestellten SDG-Reihe werden die SDGs „Kein Hunger“ (2) und „Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen“ (6) nicht aufgeführt, da die Elektro- und Digitalindustrie zu beiden Zielen aktuell weder im Sinne eines Fortschritts (Lösungen, Synergien) einen entscheidenden Beitrag leistet, noch derzeit eine spezifische Verantwortung zur Minderung potenziell negativer Einflüsse übernimmt. Dies ist aus der übergreifenden Branchenperspektive zu verstehen und bedeutet nicht, dass einzelne Unternehmen aus der Branche zu den beiden Zielen keine relevanten Beiträge leisten.

Die Entwicklungsziele sind primär an Regierungen adressiert – sie sind daher als Indikation zu verstehen und nicht immer 1:1 als Unternehmensziele übernehmbar. Dennoch kann und muss die Wirtschaft zu ihrer Erreichung beitragen – sowohl im positiven Sinne, z. B. mit Technologien für den Klimaschutz, als auch im Sinne der Vermeidung potenziell negativer Einflüsse, z. B. Ressourcenverbrauch.


Weitere Informationen zum Thema Nachhaltigkeit im ZVEI    

SDG-Akkordeon

SDG 1: Maßnahmen gegen Armut

Positiv beeinflusst wird die wirtschaftliche Lage in Afrika durch eine vielfach gewachsene politische Stabilität in dieser Weltregion. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen werden verbessert, was in vielen Fällen zu wachsenden Einkommen und so zur Stabilisierung afrikanischer Gesellschaften geführt hat. In Bezug auf die globale Perspektive nachhaltiger Entwicklung und zur Förderung der Kooperation deutscher Unternehmen mit Entwicklungs- und Schwellenländern arbeitet der ZVEI seit Jahren intensiv mit Entwicklungszusammenarbeit-Scouts (EZ) des Bundesentwicklungsministeriums zusammen. Aus dieser Zusammenarbeit ist beispielsweise ein Projekt zur Information der deutschen Elektroindustrie zu Märkten in afrikanischen Entwicklungs- und Schwellenländern entstanden. Aktuell entstehen mit Unterstützung des EZ-Scouts je ein Industriecluster Fügetechnik sowie Automatisierungstechnik in Marokko, die neben Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen auch einen Know-how-Transfer auf Managementebene vorsehen und so ein sektorübergreifendes Netzwerk deutscher und marokkanischer Unternehmen mit innovativen Themen der Elektroindustrie ermöglichen.

SDG 3: Gesundheit und Wohlergehen

Der Zugang zu hochwertigen Gesundheitsdiensten für alle Lebensphasen ist ein wichtiges Ziel im SDG 3. Denn Nachhaltigkeit bedeutet auch Zugang zu moderner Gesundheitsversorgung mit innovativer Technik für alle und überall.  Mit moderner Gesundheitstechnologie kann medizinisches Expertenwissen auch über weite Flächen und für alle Patienten zur Verfügung gestellt werden, wenn eine vernetzte Gesundheitsinfrastruktur zur Verfügung steht. Die Elektro- und Digitalindustrie ist hierbei ein wichtiger Partner.

Die Digitalisierung sowie der Wandel hin zu einer All-Electric Society sind direkte oder indirekte Bausteine für eine gesündere Gesellschaft. Sie sind der rote Faden beim Schutz von Gesundheit und Wohlergehen für alle: von der Kühlung von Säuglings- und Kleinkindernahrung zu Vermeidung von Durchfallerkrankungen, über saubere Elektrizität im Haushalt zur Vermeidung von Luftverschmutzung und somit Herz-Kreislauf- sowie Atemwegserkrankungen bis hin zum erleichterten Zugang zur Gesundheitsversorgung mittels mobiler Medizintechnik und neuen digitalen Lösungen, wie Telemedizin und Electronic Health Records. 
Vorsorgeuntersuchung mit Ultraschall während der Schwangerschaft und nach der Geburt leisten zum einen einen wichtigen Beitrag, um die Müttersterblichkeit, Sterblichkeit von Neugeborenen und das Risiko von Frühgeburten zu senken.

Zum anderen unterstützt moderne Medizintechnik in der Prävention und Früherkennung von nichtübertragbaren Krankheiten: Softwareanwendungen und KI-Anwendungen kombiniert mit mobilen EKG- und Ultraschallgeräten oder mit Röntgengeräten unterstützen bei der Früherkennung und rechtzeitigen Diagnose von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und vielen Krebserkrankungen, zum Beispiel Brustkrebs oder Lungenkrebs.

Der Einsatz von modernen Technologien in der Gesundheitsversorgung kann insbesondere die Länder unterstützen, die aktuell noch einen langen Weg vor sich haben, um die Ziele des SDG 3 zu erreichen.

Mehr zum  Thema Gesundheit und Medizintechnik im ZVEI

SDG 4: Hochwertige Bildung

Eine hochwertige Bildung ist ein zentraler Baustein für eine nachhaltige Entwicklung. Denn nur, wenn wir über ausreichendes Wissen und Bewusstsein verfügen, können wir die Transformation hin zu einer All-Electric-Society tatsächlich nachhaltig gestalten. Die Elektro- und Digitalindustrie kann SDG 4 insbesondere über Aus- und Weiterbildungsangebote sowie duale Studienangebote unterstützen – und das in einem hochrelevanten Bereich: Drei von fünf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der deutschen Elektrofirmen sind MINT-Beschäftigte (Mathematik, Naturwissenschaften, Informatik, Technik). MINT-Fachkräfte werden dringend benötigt, um die Anforderungen von Klimaschutz, Elektrifizierung, Digitalisierung und Automatisierung in der Praxis umsetzen zu können.
Wichtig ist, die Begeisterung für die MINT-Fächer bereits früh zu wecken. Gemeinsam mit dem Exzellenz-Cluster Mint-EC, der PH Freiburg und dem didacta Verband setzt sich der ZVEI dafür ein, dass Berufsorientierung besser und MINT-Unterricht relevanter wird. Zudem ist der Verband Teil des nationalen Pakts für Frauen in MINT-Berufen „Komm mach MINT“.

Die MINT-Umfrage des ZVEI von 2020 zeigt zudem, dass über 90 Prozent der befragten Mitgliedsunternehmen mit Schulen und Hochschulen kooperieren, um Jugendliche – insbesondere auch Mädchen – für Technik zu begeistern. Denn für Klimaschutz, Industrie 4.0 oder Smart Living braucht es viele kreative Köpfe, die sich Gedanken um verbesserte Prozesse machen und innovative, nachhaltige Produkte entwickeln.

 

Mehr Informationen:

Thema Bildung und Forschung im ZVEI

ZVEI-Nachwuchsinitiative my eFuture

SDG 5 : Geschlechtergleichheit

Für die Elektro- und Digitalindustrie ist die Förderung von Vielfalt, Diversity und Chancengleichheit ein wichtiger Verhaltensgrundsatz im Sinne eines verantwortungsvollen Handelns. Daher ist SDG 5, in enger Verbindung zu SDG 10 (Chancengleichheit), von hoher Relevanz für die Branche. 

Im Kontext des Themas Geschlechtergleichstellung fallen häufig Begriffe wie Vielfalt, Diversity und Gender. Unabhängig davon, welche Begriffe im Einzelfall Verwendung finden, steckt hinter dem Themenfeld eine hochrelevante Diskussion für die Zukunftsfähigkeit der Elektro- und Digitalindustrie. Die Themen rücken zunehmend in das Bewusstsein der Unternehmen. Die Erwartungen der Gesellschaft steigen und Geschäftsvoraussetzungen ändern sich in Folge gesetzlicher Regelungen (Stichwort „Quote“). Darüber hinaus ist, nicht zuletzt aufgrund der demographischen Entwicklung und der Herausforderungen der Digitalisierung, eine Notwendigkeit für alle Unternehmen gegeben, sich für Vielfalt in der Belegschaft und im Recruiting zu öffnen, um dank qualifizierter Arbeitskräfte wettbewerbsfähig zu bleiben und Wachstum zu sichern. 
Studien belegen, dass diverse Teams erfolgreicher sind. Diversity hat viele Facetten: Geschlecht, Alter, Erfahrung, Hautfarbe, ethnische Herkunft, sexuelle Identität und Orientierung, Behinderung, Religionszugehörigkeit oder Weltanschauung. 

Im ZVEI selbst widmen wir uns dem Thema Diversity zukünftig ebenfalls noch stärker, um noch mehr Bewusstsein und Verständnis für diese Thema zu schaffen. Ein Leitfaden zur gendersensiblen Sprache, den wir unseren Mitgliedsunternehmen zu Verfügung stellen, bildet hierfür den Auftakt. 

SDG 7: Maßnahmen für bezahlbare, verlässliche, nachhaltige und moderne Energie

Erneuerbare Energien spielen eine zunehmend wichtige Rolle bei der Stromversorgung. Wir benötigen diese, um die Klimaschutzziele bis 2050 zu erreichen. Strom aus erneuerbaren Energien wird oft fluktuierend erzeugt – vor allem wind- und sonnenabhängig. Den erforderlichen Ausgleich können elektrische Energiespeicher schaffen. Sie sind in der Lage, lokale und regionale, kurz- und langfristige sowie sektorenübergreifende Flexibilität zu gewährleisten. Sie stabilisieren so das Energiesystem, tragen zur Versorgungssicherheit bei und sind grundlegend für eine verlässliche, nachhaltige und moderne Energieversorgung.

Die Elektroindustrie spielt als Zulieferer und Hersteller von elektrischen Energiespeichern eine entscheidende Rolle. Insbesondere bei Blei-Säure-Batterien und Lithium-Ionen-Batterien, wobei letztere immer wichtiger werden. Ob dezentral in Privathäusern mit Photovoltaikanlagen, in öffentlichen Einrichtungen als Notstromspeicher oder auch direkt verbunden mit gewerblichen Photovoltaik- oder Windkraftanlagen – Batteriespeicher werden in diversen Konstellationen benötigt. Damit leisten sie einen elementaren Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung, insbesondere zum UN-Nachhaltigkeitsziel Nummer sieben.
Weitere Informationen zum Themenfeld Energie und Klima finden Sie auf unserer Themenseite

SDG 8: Menschenwürdige Arbeit uns Wirtschaftswachstum

Mit derzeit knapp 866.000 Beschäftigen im Inland und circa 777.000 im Ausland sowie 182 Milliarden Euro Umsatz im Jahr 2020 ist die Branche einer der bedeutendsten Wirtschaftszweige in Deutschland. Mit 44 Prozent hat sie zudem die höchste Wertschöpfungsquote aller großen Industriebranchen in Deutschland.
Zum SDG 8 hat die Elektro- und Digitalindustrie daher diverse Anknüpfungspunkte, insbesondere in den Bereichen Wirtschaftswachstum, Wertschöpfung und Arbeitsplätze aber auch Ressourceneffizienz oder Maßnahmen gegen Zwangsarbeit und moderne Sklaverei.

Die Elektro- und Digitalindustrie liefert wichtige Technologien, die zu mehr Energie- und Ressourceneffizienz beitragen und damit zu einer Circular-Economy. Darüber hinaus treibt die Branche Initiativen zur Ressourcenschonung, wie das Digitale Typenschild 4.0, maßgeblich voran. Das Digitale Typenschild 4.0 ist ein Grundbaustein für die Digitalisierung der Produktion. Es reduziert Komplexität, spart Kosten und entlastet die Umwelt.

Mit dem ZVEI-Code of Conduct unterstützt die Elektro- und Digitalindustrie bereits seit vielen Jahren die Wahrung der Menschenrechte und das Verbot von Kinderarbeit und Zwangsarbeit.

SDG 9: Industrie, Innovation und Infrastruktur

Für die Elektro- und Digitalindustrie ist SDG 9 eines der prioritären SDGs. Zum Aufbau widerstandsfähiger Infrastrukturen und Förderung einer nachhaltigen Industrialisierung und Innovationen leistet die Branche einen entscheidenden Beitrag. Zudem bestehen aus ZVEI-Sicht enge Verbindungen zu weiteren SDGs, insbesondere zu den Zielen Klimaschutz (13), Nachhaltige Produktion (12) und Nachhaltiges Wirtschaftswachstum (8).

 

Widerstandsfähige Infrastruktur

Die Technologielösungen der Branche finden sich in diversen digitalen Infrastrukturen wie den Breitbandkabelnetzen, Glasfaserkabel- und Mobilfunknetzen wieder: 
Leistungsstarke Gigabitnetze sind eine Voraussetzung für eine digitale Gesellschaft. Zum einen benötigen etwa das Arbeiten im Home Office oder das Home Schooling schnelle Netze. Zum anderen sind sie für die wirtschaftliche Entwicklung unverzichtbar – vor allem im ländlichen Raum. Gerade in diesen Regionen, in denen 71 Prozent des verarbeitenden Gewerbes in Deutschland sitzen (davon ein Großteil kleiner und mittlerer Unternehmen) bedarf es industrietauglicher Netze mit hoher Qualität, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Die Kommunikationsinfrastruktur ist aber nur dann nachhaltig, wenn der Einsatz von hochwertigen, zukunftssicheren Komponenten und eine fachgerechte Installation gewährleistet ist und somit eine wartungsarme sowie ausfallsichere Infrastruktur besteht.
Die Elektro- und Digitalindustrie liefert Produkte, Komponenten und Lösungen, um den Gigabit-Ausbau zu beschleunigen und gleichzeitig nachhaltig zu gestalten. Vom Glasfaserkabel und wichtigen Komponenten für HFC-Netze über 5G-Komponenten bis hin zur energieeffizienten Stromversorgung, legt die Branche die Basis für die digitale Infrastruktur der Gigabitgesellschaft.

 

Nachhaltige Industrialisierung und Voranbringen von Innovationen

Eine nachhaltige Industrialisierung treibt die Branche beispielsweise durch effizienten Ressourceneinsatz und die Nutzung umwelt- und klimaverträglicher Technologien voran. Das digitale Typenschild, der digitale Zwilling, das Gleichstromforschungsprojekt DC-Industrie oder der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Industrie sind aktuelle Beispiele. Darüber hinaus besitzen die Technologien und Systemlösungen der Elektro- und Digitalindustrie eine wichtige Enablerfunktion für nachhaltige Entwicklung (insbesondere Klimaschutz), in der eigenen Branche aber vor allem auch darüber hinaus. Denn Klimaschutz bei gleichzeitigem Erhalt des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wohlstands lässt sich umfassend nur durch den breiten, verantwortungsvollen und konsequenten Einsatz von technologischen Innovationen erreichen. Die Elektro- und Digitalindustrie mit ihren 872.000 Beschäftigten hat für die Erreichung der Ziele einer nachhaltigen und ressourcenschonenden Gesellschaft eine Schlüsselposition inne.

 

Mehr Informationen: 

Fachverband Satellit und Kabel

Thema Digitalisierung im ZVEI

SDG 10: Weniger Ungleichheiten

Die Elektro- und Digitalindustrie bietet mit ihrem breiten Produktspektrum in Wachstumsregionen und sich entwickelnden Ländern wichtige Lösungen für zentrale Wirtschafts- und Lebensbereiche: Dazu zählen z. B. eine sichere und energieeffiziente Stromversorgung, moderne Medizintechnik, intelligente und klimaschonende Automatisierungstechnik sowie stabile Kommunikationsnetze. Mit ihren Technologien trägt die Branche indirekt zu SDG 10 bei, globale Ungleichheiten zu verringern.
Der ZVEI unterstützt seine Mitgliedsunternehmen beim Auslandsgeschäft in Schwellen- und Entwicklungsländern u. a. durch sein Kooperations- und Dialognetzwerk auf politischer Ebene. Dazu zählen auch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) oder die Exportinitiativen des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.

SDG 11: Nachhaltige Städte und Gemeinden

Die Urbanisierung gehört zu den bedeutendsten Entwicklungen des 21. Jahrhunderts. Städte sind Treiber von Wirtschaftsaktivitäten, bringen durch die Urbanisierung aber auch große Herausforderungen mit sich. Nachhaltige Gebäude und Mobilität spielen eine große Rolle bei der Erreichung der Ziele des SDG 11. Für die Elektro- und Digitalindustrie ergeben sich hier zahlreiche Anknüpfungspunkte.

Nachhaltige Mobilität ist elektrifiziert, vernetzt und digitalisiert. Nur durch Einsatz von Elektrotechnik und Elektronik gelingt der Antriebswechsel auf Straße und Schiene. Die Branche trägt mit ihren Systemen und digitalen Lösungen taktgebend zur Weiterentwicklung und Modernisierung der einzelnen Verkehrsmittel und des gesamten Verkehrssystems bei. Beispiele hierfür sind innovative Halbleiterlösungen, die unter anderem die CO2-Emissionen reduzieren oder Batteriemanagementsysteme, die Elektrofahrzeugen zu einer höheren Reichweite verhelfen.

Weitere Einblicke zum Thema Mobilität im ZVEI.

Der digitale Wandel bewirkt auch in Gebäuden große Veränderungen: Smarte Wohn- und Zweckgebäude bieten ein hohes Maß an Komfort und Sicherheit, intelligente Gebäudeautomation sorgt hier zudem für deutlich mehr Energieeffizienz. Gleichzeitig werden Gebäude künftig Energie produzieren, speichern und verteilen und so zum Drehkreuz der Energie- und Verkehrswende. Moderne Elektroanlagen schaffen die Voraussetzung dafür, dass unsere Gebäude zukunftsfähig werden.
Durch die Innovationen aus der Elektro- und Digitalindustrie werden intelligent vernetzte Gebäude künftig besser auf die Bedürfnisse der Nutzerinnen und Nutzer ausgerichtet sein. Klimaneutrale und funktionale Gebäude werden die Städte der Zukunft lebenswerter und nachhaltiger machen.

Weitere Einblicke zum Thema Gebäude im ZVEI

Das Projekt ForeSight der ZVEI-Forschungsvereinigung gibt weitere Einblicke in die Entwicklung von Smart Living Services der Zukunft. 

SDG 12: Nachhaltiger Konsum und Produktion

Für die Elektroindustrie ist SDG 12 von hoher Bedeutung: Mit ihren Produkten kann sie sowohl bei der Herstellung als auch im Rahmen der Nutzungsphase einen aktiven Beitrag zur Erreichung des UN-Ziels leisten. Elektronische Produkte, die ihr Lebensende erreicht haben, verstehen wir nicht als Abfall, sondern als Quelle für wiederverwertbare Rohstoffe. Daher steht das Thema Circular Economy aus unserer Sicht auch zurecht ganz oben auf der politischen Agenda. 

Aufgrund langjähriger Erfahrungen mit der Umsetzung von nachhaltigkeitsbezogenen Anforderungen steht die Elektroindustrie bereit, Lösungen konstruktiv und zielführend mitzugestalten. Dabei sollte auf eine Balance zwischen Wettbewerbsfähigkeit, Umwelt- und Klimaschutz sowie gesellschaftlicher Verantwortung geachtet werden. Nur dann ist die anstehende Transformation tatsächlich nachhaltig. Entsprechend eng ist aus Perspektive der Elektroindustrie die Verknüpfung mit den SDGs 13 (Klimaschutz) und 8 (Nachhaltiges Wirtschaftswachstum).

Kunststoffrezyklate sind ein konkretes Beispiel für die Relevanz von SDG 12 in der Elektroindustrie. Im ZVEI-Wegweiser zu Kunststoffrezyklaten in der Elektroindustrie diskutieren wir aktuelle Herausforderungen und zeigen auf, wie Unternehmen das Thema in der Praxis nachhaltig umsetzen können. Diese und weitere Informationen rund um die Elektroindustrie und eine nachhaltige Produktion finden Sie auf unserer Themenseite Umwelt.

SDG 13: Maßnahmen zum Klimaschutz

Die All-Electric-Society ist geprägt durch die intelligente Kopplung von klimarelevanten Sektoren wie Energie, Gebäude, Mobilität und Industrie – für die Wasserstoff und synthetische Brennstoffe als Speicher eine wichtige Rolle spielen werden. Strom aus erneuerbaren Quellen ist ihr verbindendes Element. Die All-Electric-Society ist zudem ein wichtiger Katalysator für eine Kreislaufwirtschaft. 

Die Elektrifizierung ist - neben der Digitalisierung - Haupttreiber für mehr Klimaschutz. Mit weiteren technischen Fortschritten entfalten die Klimaschutztechnologien der Elektro- und Digitalindustrie eine hohe Wirkung und sichern nachhaltiges Wachstum. 
Weitere Informationen zum Themenfeld Energie und Klima finden Sie auf unserer Themenseite

SDG 14: Leben unter Wasser

Ozeane werden im Zuge des Klimawandels oft nur mit einem Anstieg des Meeresspiegels in Verbindung gebracht. Unbeachtet bleibt meist, dass infolge der Lösung von CO2 im Oberflächenwasser die Meere versauern. Das hat erhebliche Folgen für alle Meeresbewohner – und damit langfristig auch für den Menschen. Entsprechend existiert eine enge Beziehung zwischen SDG 14 mit SDG 13 (Maßnahmen zum Klimaschutz). 

Die Elektro- und Digitalindustrie leistet im Themenfeld Energie und Klima mit ihren Technologien einen entscheidenden Beitrag. Ob Energieeffizienz, E-Mobilität, Wärmepumpe oder digitale Stromnetze, die Lösungen der Elektro- und Digitalindustrie tragen zum Klimaschutz bei und damit indirekt auch zur Erhaltung der Ozeane, Meere und Meeresressourcen. Wichtig ist jetzt, dass sie auch endlich in der Breite zum Einsatz kommen und skalierbar werden.

SDG 15: Leben an Land

Jedes Jahr fallen in Deutschland etwa 20 kg Elektroaltgeräte pro Einwohner an. Mit der richtigen Entsorgung kann jede/r Einzelne dazu beitragen, dass die darin enthaltenen Rohstoffe wiederverwertet werden können und potenziell schädliche Inhaltsstoffe nicht in die Natur gelangen. So werden Landökosysteme geschützt. Wie man Elektroaltgeräte richtig entsorgt, haben wir hier zusammengefasst. 

Die Hersteller der Elektroindustrie setzen sich seit jeher aktiv dafür ein, dass Elektroaltgeräte ordnungsgemäß entsorgt werden und die Möglichkeiten zur Rückgabe für die Verbraucher:innen möglichst vereinfacht werden. So wurde beispielsweise im November 2019 durch die Gemeinsame Stelle der Hersteller (Stiftung ear - Elektro-Altgeräte Register) eine mehrjährige, deutschlandweite Kampagne gestartet, die Verbraucher über die Möglichkeiten der richtigen Elektroaltgeräte-Entsorgung informiert. Der ZVEI und seine Mitglieder unterstützen diese Kampagne.

SDG 16: Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen

Der ZVEI-VDMA-Code of Conduct (CoC) ist ein Bekenntnis zur Wahrnehmung gesellschaftlicher Verantwortung. Er beschreibt die für die Elektro- und Digitalindustrie sowie den Maschinen- und Anlagenbau relevanten Verhaltensgrundsätze und -standards. Unterzeichnende Unternehmen verpflichten sich im Sinne eines verantwortungsvollen Handelns diese zu beachten. Der CoC greift zahlreiche Inhalte der SDGs auf. Wichtiger Bestandteil sind etwa die Ziele des SDG 16. Unter anderem wird aufgegriffen:

 

  • Geldwäscheprävention: Wir kommen unseren gesetzlichen Pflichten zur Geldwäscheprävention nach und beteiligen uns nicht an Transaktionen, die der Verschleierung beziehungsweise Integration von kriminellen oder illegal erworbenen Vermögenswerten dienen.
  • Korruption: Wir dulden weder Korruption, Bestechung noch Erpressung; sie verhindern faire Wettbewerbsbedingungen. […] Ein besonders strenger Maßstab ist im Umgang mit Personen, für die besondere straf- und haftungsrechtliche Regelungen gelten (z. B. Amtsträger), anzuwenden.
  • Umgang mit Konfliktmineralien: Wir ergreifen mit der erforderlichen Sorgfalt Maßnahmen, um in unseren Produkten die Verwendung von Konfliktmineralien zu vermeiden, um so Menschenrechtsverletzungen, Korruption und Finanzierung von bewaffneten Gruppen oder Ähnlichem vorzubeugen.

Weitere Informationen und Hintergründe finden Sie hier: 

ZVEI-VDMA Code of Conduct

SDG 17: Partnerschaften zur Erreichung der Ziele

Partnerschaften sind mitentscheidend für eine nachhaltige Entwicklung und auch für erfolgreiche Verbandsarbeit. Der ZVEI leistet dies in Frankfurt am Main, Berlin, Brüssel, Köln, Peking und in den Landesstellen. Der Verband übernimmt Verantwortung in einer zunehmend vernetzten Welt und gestaltet diese aktiv mit. Mit seinen rund 1.600 Mitgliedsunternehmen fällt ihm eine Aufgabe zu, die weit über die eigentliche verbandliche Perspektive hinausreicht. Denn wie keine andere Branche liefert die Elektro- und Digitalindustrie Produkte und Lösungen, die das künftige Zusammenleben der Menschen wesentlich beeinflussen und damit auch eine nachhaltige Entwicklung. Dabei greift der ZVEI auf ein starkes Netzwerk an Partnerschaften aus nationalen und internationalen Organisationen zurück.

Konkret in Bezug auf das Thema Nachhaltigkeit ist der Verband eine wichtige Plattform für Dialog und Erfahrungsaustausch – branchenintern aber unbedingt auch proaktiv mit relevanten externen Stakeholdern aus Gesellschaft und Politik. Unter anderem steht das SDG-Expert:innen-Forum für diesen Anspruch. Ebenso leistet der Verband mit einer aktiven Kommunikation rund um die Sustainable Development Goals, wie beispielsweise in dieser SDG-Serie, einen Beitrag zur Verbreitung der Nachhaltigkeitsziele. 

Mehr Informationen:

Thema Nachhaltigkeit im ZVEI
„ZVEI-Wegweiser für nachhaltige Entwicklung in der Elektroindustrie“
 

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