Auf einen Blick

Ein großer Schritt

Jedes Glied einer Wertschöpfungskette verursacht CO2-Emissionen. Um für komplexe Produkte wie einen Schaltschrank in einer In­dustrieanlage den CO2-Fußabdruck bestimmen zu können, sollen die von Dutzenden Einzelkomponenten verursachten Emissionen daher in einem digitalen Nachweis zusammengeführt werden. Der ZVEI entwickelt mit einer Reihe von Partnern seit Juni 2021 ein Werkzeug, mit dem ein zertifizierter Product Carbon Footprint (PCF) erstellt werden kann.

Schaltzentrale

Um die Methode zu veranschaulichen, wie der Product Carbon Footprint eines komplexen Produktes er-mittelt werden kann, hat der ZVEI mit den Partnerunternehmen einen Demonstrator gebaut: einen Schaltschrank, dessen Komponenten mittels Scanner digital ein- und ausgebaut werden können. Anhand der von den Komponentenherstellern und Systemintegratoren unterlegten Daten lässt sich dann der jeweilige CO2-Fußabdruck ablesen. Realisiert wird dies beispielsweise in folgenden Baugruppen: 

  • Gehäuse
  • Klimatisierung
  • Steuerung und Peripherie
  • Motorstarter, Buskoppler
  • Leistungsschalter
  • Frequenzumrichter
  • Pneumatik
Der Datentransporter

Um den Product Carbon Footprint (PCF) ermitteln zu können, nutzt der ZVEI als Grundlage das „Digitale Typenschild“ (DIN SPEC 91406). Dabei handelt es sich um eine standardisierte Form auf Basis des Industrie 4.0-Digital Twins (Verwaltungsschale), mit der alle einem Produkt zugeordneten Daten gespeichert und firmenübergreifend ausgetauscht werden können. Die Verwaltungsschale ist Teil einer Referenzarchitektur für Industrie 4.0 (Rami), die vom ZVEI wesentlich geprägt wurde.

Vom Ballen bis zum kleinen Zeh

CO2-Emissionen entstehen im gesamten Herstellungsprozess von Produkten: bei der Erzeugung der Rohstoffe und der Vorprodukte, in der Entwicklung und Produktion sowie beim Transport – und zwar für jedes einzelne Bauteil. In Zukunft werden diese CO2-Emissionen entlang der Wertschöpfungskette erhoben und dokumentiert. Durch den Austausch oder die Optimierung einzelner Teile kann der CO2-Fußabdruck der Produkte dann reduziert werden. 

Fortschritte: Hier entlang! 

Der Demonstrator für das PCF-Projekt wird über die kommenden Monate ständig verfeinert und optimiert. Eine erste Version ist auf der Hannover Messe Ende Mai 2022 zu sehen, ein Update wird im November 2022 auf der SPS in Nürnberg gezeigt und der finale Demonstrator zur Hannover Messe 2023 fertiggestellt. Mehr dazu finden Sie hier.

 

 

Text Marc-Stefan Andres | Illustration Barbara Geising

 

Dieser Artikel ist in der Ausgabe 1.+2.2022 am 17. Mai 2022 erschienen.



Erschienen in der Ausgabe 1.+2.2022

Cool bleiben

Blockchain, Künstliche Intelligenz, Streamingdienste: In Rechenzentren werden immer größere Datenmengen auf die Reise geschickt – und damit steigt auch der Strombedarf. Doch das Effizienzpotenzial ist groß, wie ein Neubau am Internetknoten Frankfurt zeigt.

Hürdenlauf

Der Handel mit physischen Gütern hat in der menschlichen Geschichte zu einem hochentwickelten Rechtssystem beigetragen. Unternehmerinnen und Unternehmer, die neue, datengetriebene Geschäftsmodelle verfolgen, kämpfen hingegen mit einem hohen Maß an Rechtsunsicherheit.

Luft nach oben

In den Augen vieler ist das Land, in dem Konrad Zuse den ersten frei programmierbaren Rechner erfand, mittlerweile digitales Entwicklungsland. Ein Blick auf die Fakten zeigt: Ganz so ist es nicht. Aber das Verbesserungspotenzial ist nicht unerheblich.

Milliardeneinsätze

Der Bau einer Halbleiterfabrik bedingt Milliarden-Investitionen. Wo das Werk entsteht, hängt daher oft davon ab, welches Land die attraktivsten Subventionen bietet. So fördern China, Südkorea und die USA ihre Chipindustrie intensiv, wenngleich sich Instrumente und Effizienz stark unterscheiden.

Von XS bis XL

Europas Wirtschaft leidet unter der aktuellen Halbleiterknappheit. Doch eine einseitige Förderung bestimmter Chip-Technologien wird zukünftige Versorgungsengpässe nicht verhindern. Mit dem „European Chips Act“ muss die Politik einen Spagat meistern – und viel Geld bereitstellen.

Weiterführende Informationen

ampere kostenfrei abonnieren

Mediadaten

ampere

Das Magazin der Elektroindustrie

Mit dem neuen Magazin der Elektroindustrie ampere, das vier Mal im Jahr erscheint, schaut der Verband über den Tellerrand der Branche hinaus.

Jede Ausgabe von ampere setzt sich kontrovers und informativ mit Themenschwerpunkten der Elektroindustrie auseinander, die aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet werden. Der Verband will mit dem Magazin den Dialog mit Entscheidungsträgern aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft stärken.