Fakten statt Vorurteile

Da geht noch was

Der Energieträger Strom hat schon den Dampfkessel, den Holzherd und die Gaslaterne verdrängt. Doch in vielen anderen Bereichen steht die Elektrifzierung erst noch bevor.

Kein Platz mehr?

Vorurteil: 

Wenn wir mehr Grünstrom erzeugen und dafür Photovoltaik und Windkraftanlagen weiter ausbauen, zerstören wir bislang unberührte Natur.
 

Fakten


Allein für die gebäudeintegrierte Photovoltaik ist das technische Potenzial mit 1.400 Gigawatt um ein Vielfaches höher als die heute installierte Leistung von circa 50 Gigawatt.


Zum Vergleich: Ende 2020 betrug die in Deutschland bereits installierte Kapazität  54 Gigawatt bei der Photovoltaik und 55 Gigawatt bei Windkraftanlagen an Land.


Mobil bei Arbeit, Sport und Spiel?

Vorurteil: 

Im Verkehrssektor sind wir noch lange auf fossile Rohstoffe angewiesen, weil die Speicherdichten von Akkus viel zu gering sind.
 

Fakten


Wo Akkus zu groß und zu schwer würden, kann Grünstrom in Form von Wasserstoff an Bord genommen werden. Laut der Forschungsstelle für Energiewirtschaft beträgt der Wirkungsgrad für die Wasserstoffherstellung per Elektrolyse je nach Verfahren bis zu  81 Prozent.


Laut Infrastrukturbericht der Deutschen Bahn waren Ende 2019 61 Prozent der Schienenstrecken elektrifiziert. Neben einem weiteren Ausbau der Fahrleitungen sind – vor allem im Regionalverkehr – zunehmend auch Hybridantriebe in Erprobung. 


Zu heiß für Strom?

Vorurteil: 

In der Industrie kommen viele Hochtemperaturprozesse zum Einsatz. Das geht nie und nimmer mit Strom.

 


Einer Metastudie des Bundeswirtschaftsministeriums zufolge kann der Stromanteil am Endenergieverbrauch der deutschen Industrie deutlich steigen – auf bis zu 69 Prozent im Jahr 2050.


Die in Hochtemperaturprozessen entstehende Abwärme kann ein wertvoller Rohstoff werden. Laut Deutscher Energieagentur könnten allein dadurch jährlich 125 Terrawattstunden Energie gespart werden.


Total überlastet?

Vorurteil: 

Mehr Elektrifizierung im Gebäude- und Verkehrssektor bedeutet, dass unsere Stromnetze demnächst kollabieren.

Fakten


Richtig ist, dass in die Stromnetze auf allen Spannungsebenen investiert werden muss. Allein der Bundesbedarfsplan für die Übertragungsnetze sieht den Zubau von 5.868 Kilometer Leitungen vor – von denen im dritten Quartal 2020 erst 511 km realisiert waren. 


Wenn Angebot und Nachfrage durch digitale Steuerung besser aufeinander abgestimmt werden können, sinkt der Investitionsbedarf in den Verteilnetzen laut Bundesnetzagentur um rund 55 Prozent.

 

Dieser Artikel ist in der Ausgabe 1+2.2021 am 3. Mai 2021 erschienen


 

Hier geht es zur Gesamtausgabe 1.+2.2021

 


Erschienen in dieser Ausgabe 1.+2.2021:

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