Auf einen Blick

Wir müssen wachsen

Ohne Halbleiter geht in vielen Industrien kaum noch etwas. Die kleinen Bauteile sorgen vor allem dafür, dass Energie auf die unterschiedlichen Bedarfe und Spannungsniveaus umgeformt wird. Schon länger warnen Experten davor, dass ein Engpass gerade bei den wichtigen Leistungshalbleitern droht, der sich durch Corona noch einmal verstärkt hat. Die Produkte auf dem Markt kauft vor allem die Autoindustrie, um die wachsende Anzahl an Elektroautos auszurüsten. Damit die Energiewende gelingt, müssen aber auch die Solar- und Windbranche genügend Leistungshalbleiter zur Verfügung haben. Auch für Wärmepumpen und Industriemotoren sind Leistungshalbleiter, die sich deutlich von den Chips in PCs und Smartphones unterscheiden, unverzichtbar. 

Wo die Leistungshableiter gebraucht werden

  • 46 Mrd. USD beträgt der weltweite Markt für Leistungs­halbleiter (9,4 % des Gesamtmarkts) aktuell.

  • Davon werden Bauteile im Wert von rund 21 Mrd. USD in Elektrofahrzeugen, Industriemotoren, Solaranlagen, Windturbinen oder Wärme­pumpen verbaut. 25 bis 30 Prozent davon kommen aus Europa.

  • Von 9 auf  38 Mrd. USD wird sich der Bedarf an Leistungselektronik im Fahrzeugbau mehr als vervierfachen.


Weltweit erforderlicher Neubau an Fabriken für Leistungshalbleiter

  • Um den Marktanteil der EU halten zu können, müssen hier 6 neue Fabriken bis 2030 gebaut werden.

  • 1,7 Mrd. USD kostet der Bau eines Leistungshalbleiterwerks.


Was kann die Politik tun?

  • Wenn Technologien wie die Elektromobilität oder die erneuerbaren Energien gefördert werden, müssen die gesamte Lieferkette und auch die benachbarten Branchen berücksichtigt werden.

  • Damit Deutschland seinen starken Marktanteil und seine Kernkompetenz in der Leistungselektronik behalten kann, müssen große Investitionen hier, aber auch in der EU subventioniert werden.

  • Die Forschung an Universitäten und Hochschulen und die Ausbildung von Fachkräften für energiesparende Leistungshalbleitertechnologien, die zum Beispiel auf Siliziumkarbid setzen, müssen in Europa gefördert werden.

Text Marc-Stefan Andres | Bild Workerbase | Bearbeitung Barbara Geising

 

Dieser Artikel ist in der Ausgabe 4.2021 am 6. Dezember 2021 erschienen.



Erschienen in der Ausgabe 4.2021

Wir müssen wachsen

Ohne Halbleiter geht in vielen Industrien kaum noch etwas. Die kleinen Bauteile sorgen vor allem dafür, dass Energie auf die unterschiedlichen Bedarfe und Spannungsniveaus umgeformt wird. Schon länger warnen Experten davor, dass ein Engpass gerade bei den wichtigen Leistungshalbleitern droht, der sich durch Corona noch einmal verstärkt hat. Die Produkte auf dem Markt kauft vor allem die Autoindustrie, um die wachsende Anzahl an Elektroautos auszurüsten. Damit die Energiewende gelingt, müssen aber auch die Solar- und Windbranche genügend Leistungshalbleiter zur Verfügung haben. Auch für Wärmepumpen und Industriemotoren sind Leistungshalbleiter, die sich deutlich von den Chips in PCs und Smartphones unterscheiden, unverzichtbar.

Anlauf für einen großen Sprung

Die Regierung von US-Präsident Joe Biden treibt die Energiewende voran: Innerhalb von nur 14 Jahren soll der Stromsektor in Amerika komplett CO2-frei sein. Wie soll das gehen?

Fesseln lösen

Die Stromproduktion aus erneuerbaren Quellen stellt die Basis einer klimaneutralen Industriegesellschaft dar. Da Deutschland sein Klimaziel für 2030 erhöht hat, müssen die Erneuerbaren weit stärker ausgebaut werden als bislang vorgesehen. Dafür muss die Politik jetzt die Weichen richtig stellen.

Schneller werden

Mehr Windräder bauen, mehr Photovoltaik-Anlagen installieren, mehr Wasserkraft nutzen – fertig ist die Energiewende? So einfach ist es nicht. In der Aufzählung fehlen die Übertragungs- und Verteilnetze, die den Strom transportieren müssen. Und da gibt es noch einiges zu tun, sagt Martin Schumacher, Vorstandsvorsitzender der Hitachi Energy Germany AG.

Immer in Verbindung

Das Start-up Workerbase, Gewinner des ZVEIPitches im Frühjahr 2021, bindet das Fabrikpersonal besser in den Produktionsprozess ein. Gründer Norman Hartmann startete mit seiner Idee in einem Großkonzern – und wagte dann den Buy-out.

 

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